Erst Freunde, dann verliebt und schließlich Geschäftspartner: Betreiber des Pforzheimer „Cassetta“ nun verheiratet
Pforzheim. Das nennt man wohl Schicksal. Und dieses hat auf mehreren Ebenen gewirkt. Nicht nur, dass Hatice an ihrem Lieblingsort in Pforzheim, im Umkreis des Sedanplatzes, zum ersten Mal ein eigenes Restaurant führt. Sie hat auch noch ihr ganz privates Glück gefunden, und so wird der Nachname Kahriman wohl auch im Impressum des „Cassetta“ bald gegen Salhani ausgetauscht werden. So heißt nämlich der ihr seit wenigen Tagen angetraute Amir mit Nachnamen.
„Wir sind beide 31 Jahre alt, wir sind beide Waage, und wir haben beide im gleichen Monat, im Oktober, Geburtstag“, sagt das Paar, das sich am 7. November getraut hat.
„Mir war es ganz wichtig, dass wir im Standesamt im Rathaus in Pforzheim heiraten. Denn ich bin in Pforzheim geboren“,
betont Hatice Salhani.
Daher war es auch möglich, dass ihre Familie bei der Feier dabei sein konnte. Im Fall ihres Ehemanns Amir waren dies nur ein Onkel und ein Cousin. Er stammt aus Syrien, kam 2015 nach Deutschland und 2018 nach Pforzheim. Und hier, genauer: im ehemaligen „La Piazza“ am Sedanplatz, lernten sich die beiden kennen. Da war Hatice Restaurantleiterin und teilte als solche den im Servicebereich arbeitenden Amir zu den Schichten ein.
„Wir haben uns sofort gut verstanden und sehr gut zusammengearbeitet“, das betonen beide. Und nein, es war nicht Liebe auf den ersten Blick, sondern etwas viel Besseres, wie das Paar findet. Man arbeitete gut zusammen, Hatice Salhani unterstützte ihren heutigen Ehemann, etwa bei sprachlichen Hürden. Es funktionierte einfach auf allen Ebenen gut. Und so wuchs eine Freundschaft, die in Liebe gipfelte. „Das ist doch viel besser, wenn man als Freunde beginnt“, so die heutige Inhaberin des idyllisch an der Enz gelegenen „Cassetta“. Und sie stellten fest, dass sie in vielen Dingen einer Ansicht sind.
„Wir beide mögen keine großen Feiern“,
sagt Hatice Salhani, und er nickt lachend.
Ein kleiner Wermutstropfen fiel in die Standesamtsfeier, die im eigenen Restaurant endete. Denn Eltern des Bräutigams und seine weitere Familie konnten nicht anreisen. Hatice Salhani, die zu ihren Schwiegereltern trotz der bisher nur per Videocall möglichen Kommunikation ein gutes Verhältnis aufgebaut hat, wird diese nun bald bei einer nachgezogenen Feier zum Jahresende in Damaskus persönlich kennenlernen. Da wird Amir Salhani dennoch etwas dolmetschen müssen, „denn ich kann kein Arabisch“, sagt seine Frau. Lediglich ein paar Wörter Englisch wechselten hin und her.
Hatice und Amir Salhani waren schon ein Paar, als sie das bereits leerstehende ehemalige „Bellini“ übernahmen und im April 2023 nach einer sechsmonatigen Renovierung als „Cassetta“ neu eröffneten. Seitdem betreiben sie das Restaurant mit Bar mit dem Geschäftspartner Fabrizio Chianta. Die zuvor rein italienische Speisekarte wurde zu einer mediterran-italienischen erweitert, mit vielen verschiedenen Gerichten. „Der Traum war es immer, ein eigenes kleines Café zu haben.“ Nun wurde es ein Restaurant mit 100 Sitzplätzen innen und noch einmal 80 bis 100 Plätzen auf der Terrasse. Das sei eben so gekommen, und sie hätten beschlossen, das Experiment zu wagen. Es ist geglückt.
