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Bad Wildbad -  22.10.2026
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Essstörungen im Kreis Calw nehmen deutlich zu: Suchtberatung meldet mehr als dreimal so viele Betroffene

Calw/Bad Wildbad. Bei Problemen mit Süchten ist man in der Suchtberatungsstelle in Calw mit den Außenstellen an der Bahnhofstraße in Calmbach sowie in Nagold bestens aufgehoben. Dort gibt es Beratungen und ambulante Hilfen. Dieser Eindruck drängt sich nach dem Bericht von Anja Niedballa, Leiterin der Einrichtung in Calw, sowie ihrer Mitarbeiterin Annika Brenner vor dem Jugendhilfeausschuss des Kreistags auf. Angesiedelt ist die Beratungsstelle beim Baden-Württembergischen Landesverband für Prävention und Rehabilitation (BWLV). 

25 Menschen mit Essstörungen meldeten sich bei der Suchtberatung.
25 Menschen mit Essstörungen meldeten sich bei der Suchtberatung. Foto: Rawpixel.com - stock.adobe.com

„Nach der Einführung des Cannabisgesetzes (KCanG) und der damit einhergehenden Teillegalisierung von Cannabis tauchen kaum noch Jugendliche bei uns auf“,

informierte Niedballa.

„Wir erleben mehr Toleranz der Eltern.“ Ihre Kollegin Brenner ergänzte: „Das Konsumverhalten bei Jugendlichen ist stabil bis leicht rückläufig. Auch der Schwarzmarkt geht langsam zurück.“

Ganz anders die Situation bei Essstörungen. Wie dramatisch die Entwicklung ist, belegen von Niedballa präsentierte Zahlen: Fanden im Jahre 2022 erst mit  sieben Personen Beratungsgespräche  zu diesem Thema statt, waren es 2023 schon 14 und in den Jahren 2024 und 2025 jeweils 25 Ratsuchende. Präventionsangebote gebe es für Schüler der siebten Klasse.

Brenner kündigte an: „Wir möchten von März 2027 an eine Gruppe für Kinder aus suchtbelasteten Familien gründen.“ Es handele sich dabei um eine geschlossene Gruppe mit neun Einheiten zu jeweils zwei Stunden. Maximal acht Mädchen und Jungen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren könnten aufgenommen werden. Ob dies in Calw oder Nagold stattfinde, hänge von den Anmeldungen ab. In der Aussprache wollte die für das Rote Kreuz im Ausschuss sitzende Schömbergerin Marlene Rupprecht wissen, wie die Beratungsstelle die Menschen erreiche. „Über verschiedene Plattformen“, antwortete Brenner. Zugleich versprach sie: „Wenn Wartelisten entstehen sollten, werden wir unser Angebot ausbauen.“ 

Ob die Beratungsstelle personell ausreichend besetzt sei, beschäftigte den Althengstetter SPD-Kreisrat Lothar Kante. „Wir haben 4,3 Fachstellen und sind gut vernetzt. Mit unserer Kindergruppe wären wir gerne schon früher gestattet, hatten aber keine Kapazitäten“, verriet Niedballa. Mit einer positiven Nachricht beendete sie ihre Antwort: „Wir haben Geld erwirtschaftet und können eventuell selbst weitere Stellen finanzieren.“