FC Nöttingen setzt gegen den CfR Pforzheim ein Ausrufezeichen: Der PZ-Derby-Check
Nach dem Spiel am Freitagabend waren sich alle einig: Ja, der FC Nöttingen war im Derby gegen den 1. CfR Pforzheim die bessere Mannschaft. Und ja, der FCN ging als verdienter Sieger aus dem 18. Oberliga-Duell der beiden Schwergewichte des Fußballkreises Pforzheim hervor. Die PZ macht im Nachhinein den Derby-Check.
Warum gewann der FCN das Derby in der Kleiner Arena so deutlich?
Nach der ersten Halbzeit war ein derart deutlicher Erfolg noch nicht abzusehen. Mit einem 1:1 nach Toren von Nöttingens Stürmer Salvatore Catanzano (24. Minute) und CfR-Abwehrmann Yasin Raouafi (29.) gingen die Mannschaften in die Kabinen. Allerdings hatten die Gastgeber schon bis dahin ein leichtes spielerisches Übergewicht und die besseren Chancen. Nach der Pause spielte dann praktisch nur noch der FCN. Hinten sicher, im Mittelfeld ballsicher und vorne mittlerweile äußerst treffsicher. Sage und schreibe 17 Tore in den vergangenen drei Spielen (!) – die Mannschaft um Liga-Toptojäger Catanzano (zehn Saisontore) stellt mit 28 Treffern gemeinsam mit der TSG Backnang den besten Angriff der Oberliga. Auch im Derby schlug sich die spielerische Überlegenheit – auch konditionell haben es die Nöttinger drauf – schließlich auf der Anzeigetafel nieder. Topaz Kronmüller (62.) per Abstauber und der eingewechselte Enes Tubluk mit zwei Traumtoren (76., 81.) machten den verdienten Derbysieg perfekt.
Was sagte der Trainer des Derbysiegers hinterher?
Für Dennis Will war es nach einer Niederlage und einem Remis in der Vorsaison der erste Derbysieg als Nöttinger Trainer. Entsprechend zufrieden zeigte sich der 40-Jährige. „Es war ein verdienter Derbysieg. Es war viel drin, viele Emotionen, viele Zweikämpfe, die wir doch meist für uns entschieden haben. Auch im Ballbesitz hatten wir mehr Kontrolle als Pforzheim. Ebenso spricht das Chancenverhältnis für uns.“ Den dritten Sieg in Folge nehme man gerne mit. Will weiß aber auch: „Auch für einen Derbysieg gibt es nur drei Punkte.“
Die helfen dem FCN zwar in der Tabelle weiter, doch noch immer steckt die Mannschaft im Tabellenkeller fest. Dennoch ist Will mit der Entwicklung seiner Elf hochzufrieden: „Vor zwei Wochen war die Situation noch unangenehmer. Aber wie die Mannschaft trotzdem Fußball spielt und sich präsentiert, das ist aller Ehren wert. Da bin ich stolz drauf.“
Wie erklärte CfR-Trainer Pablo Gil Sarrion die Niederlage?
Wie gewohnt war der Spanier an der Seitenlinie äußerst aktiv und dirigierte seine Mannschaft lautstark. Doch woran lag es, dass sein erstes Derby als CfR-Trainer verloren ging? „Ein Derby zu spielen, ist immer auch eine mentale Sache“, erklärte Gil Sarrion. Zugleich freute er sich darüber, dass es in der Oberliga ein derart brisantes Duell mit solch einer Atmosphäre gibt. Mit der Defensivarbeit seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit war er durchaus zufrieden. „In der zweiten Halbzeit wollten wir so weitermachen, doch das Pressingniveau war nicht mehr dasselbe.“
Wie war die Stimmung in der Kleiner Arena?
Unter den 1200 Zuschauern sorgten vor allem die rund 50 CfR-Ultras „Block 1“ über 90 Minuten für Stimmung. Kurz nach Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit zündeten sie allerdings Pyrotechnik, auch der eine oder andere Böller ging hoch. Für die souverän leitende Schiedsrichterin Selina Menzel war dies trotz der Nebelschwaden kein Grund, die faire Partie (nur fünf Gelbe Karten) zu unterbrechen.
FCN-Stadionsprecher Nico Werner forderte die CfR-Ultras auf, das Abbrennen von Pyrotechnik zu unterlassen. Bemerkenswert: In der Pressekonferenz entschuldigte sich CfR-Trainer Pablo Gil Sarrion für das Verhalten der eigenen Ultras. Eine starke Geste!
Nach sieben Niederlagen nun drei Siege in Folge. Geht die Erfolgsserie des FCN nun weiter?
Das hoffen natürlich alle in Nöttingen. „Wir müssen schauen, dass wir bis Weihnachten punkten, um da unten rauszukommen“, sagt Trainer Dennis Will. Und er weiß: „Wenn wir es schaffen, unser Niveau auf den Platz zu bekommen, dann wird es schwer, uns zu schlagen. Aber in dieser Liga musst du jede Woche bis ans Limit gehen. Sonst ist es schwer, Spiele zu gewinnen.“
Wo sieht CfR-Trainer Gil Sarrion den FCN am Saisonende?
Der Spanier betonte noch einmal, dass der FC Nöttingen seiner Meinung nach völlig zu Unrecht im Tabellenkeller steht. „Sie haben Qualität und ihre Spiele ja immer auch nur knapp verloren. Ich denke, wenn sie so konstant weiterspielen, ist der FCN sogar in der Lage, oben mitzuspielen.“
Und wo sieht Dennis Will den CfR am Saisonende?
Auch der Nöttinger Coach traut dem Derbyrivalen einiges zu. „Der CfR hat speziell in der Offensive enorme Qualität. Die eine Aktion eines Spielers kann Spiele entscheiden. So eine Qualität reicht meist in der Oberliga, um weit vorne mitzuspielen“, sagt Will.
