Feuerwehr Mühlacker mit neuer Führung: Was Matthias Donath vor hat und was ein PZ-Redakteur dazu sagt
Mühlacker. Nach monatelanger Vakanz rückt alter Bekannter an die Spitze. Vor Matthias Donath liegen große Aufgaben in vielen Bereichen.
Es ist eine ganz schöne Achterbahnfahrt der Gefühle, die Matthias Donath hinter sich hat. Der 43-Jährige, seit 1993 in der Feuerwehr aktiv, seit zehn Jahren als stellvertretender Gesamtkommandant und seit 15 Jahren als Leiter der Abteilung Mühlacker tätig, wollte vor einiger Zeit eigentlich zurücktreten aus der ersten Reihe. Nach Querelen mit der Stadt und Teilen des Gemeinderats hatte Donath im Herbst gemeinsam mit Marco Reichenbach, dem weiteren stellvertretenden Kommandanten, angekündigt, künftig nicht mehr an vorderster Front die Belange der Wehr vertreten zu wollen.
Während Reichenbach nun nicht mehr als Stellvertreter tätig sein wird, ist Donath dann aber doch einen komplett anderen Weg gegangen: Am Montagabend wurde er in nichtöffentlicher Sitzung zum Gesamtkommandanten der Mühlacker Feuerwehr gewählt. Donath ist damit künftig zuständig für sämtliche Wehren in den Stadtteilen – und er ist erster Ansprechpartner für die Stadtverwaltung und den Gemeinderat.
Wie es zu dieser Kehrtwende kam? Donath erklärt, es habe in den vergangenen Wochen etliche Gespräche gegeben. Dabei sei es gelungen, viele Themen auszuräumen. „Ich bin ein Verfechter des ehrlichen Dialogs. Das ist mir enorm wichtig“, sagt Donath. Man müsse Dinge klar ansprechen können, um zu einem bestmöglichen Ergebnis zu kommen.
Große Geradlinigkeit
Eben diese Geradlinigkeit und Konsequenz schätzen seine Kameraden bei der Wehr. Der Feuerwehrausschuss, der dem Gemeinderat eine Empfehlung aussprach, votierte einstimmig für Donath als neuen Leiter der Gesamtwehr.
Das ist ein deutliches Pfund, mit dem Donath wuchern kann. Ebenso, dass es ihm gelang, weite Teile der Stadträte hinter sich zu versammeln sowie die Verwaltung um Oberbürgermeister Frank Schneider. Vom Rathauschef war Donath vor einigen Monaten angesprochen worden, ob er als Nachfolger des bisherigen Kommandanten Philipp Baumann zur Verfügung stehen würde. „Ich habe mich dann mit meiner Familie und vielen Feuerwehrleuten besprochen und schließlich entschieden, den Schritt gehen zu wollen“, sagt Donath, der zudem Gespräche mit der Rathausspitze führte.
Dort zeigt man sich mit der Wahl sehr zufrieden, so Oberbürgermeister Frank Schneider in einer Pressemitteilung: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass nach den mehrmaligen Wechseln auf Kommandantenebene die Feuerwehr über eine erfahrene Spitze verfügt, die einen großen Rückhalt in der Feuerwehr hat. Zusammen mit der neuen Hauptfeuerwache, die noch in diesem Jahr in Betrieb geht, sind wir dann gut für die Zukunft gerüstet.“ Vor Donath und seinem Team liegen nun arbeitsreiche Monate. Schließlich will der Umzug in die derzeit am Senderhang entstehende Feuerwache gut geplant sein. Unter anderem ist ein Probebetrieb angedacht, in dem untersucht werden soll, ob in dem neuen Gebäude alles so klappt, wie es sich die Feuerwehrleute vorstellen.
Der aktuell rund 12,5 Millionen Euro teure Neubau ist unter anderem aufgrund explodierender Kosten immer wieder in die Kritik geraten (PZ berichtete). Donath betont nun, auch im Hinblick auf die Feuerwache sei es wichtig, „nach vorne zu blicken“. Die neue Wache sei in jedem Fall eine Verbesserung zur aktuellen Situation im Käppele. Doch auch neben dem anstehenden Umzug wird Donath kaum langweilig werden: „Auch die Ausrücke-Ordnung und die vielen Fehlalarme in Zusammenhang mit Brandmeldeanlagen in Firmen sind Themenfelder, denen ich mich schnell widmen möchte“, sagt Donath.
Beruflich ist der gelernte Elektroinstallateur bislang bei der Lomersheimer Firma Elumatec unter anderem als Abteilungs- und Projektleiter im technischen Betrieb tätig und übt dort zusätzlich die Funktion als Sicherheits- und Brandschutzbeauftragter aus. Wann genau er seine neue Stelle als Gesamtkommandant antreten kann, ist allerdings noch nicht endgültig geklärt. Nach Informationen der PZ muss der Personalrat im Rathaus noch grünes Licht geben und der Personalie zustimmen. Dies sei bislang noch nicht geschehen.
Ein Kommentar von PZ-Redakteur Maximilian Lutz
„Es ist ein im Endeffekt logischer Schritt: Als klar wurde, dass sich mit Matthias Donath ein Mann aus den eigenen Reihen für den Posten des Mühlacker Feuerwehrkommandanten zur Verfügung stellen würde und sich danach – wie zu hören ist – der Feuerwehrausschuss einstimmig für ihn aussprach, hätte der Gemeinderat nur neue Gräben aufgerissen, wenn man dieser Empfehlung nicht gefolgt wäre. Donath ist zwar ein Mann klarer Worte, der mit seiner Meinung selten hinterm Berg hält. Insbesondere im Zusammenhang mit dem Neubau der Feuerwache ist dies offensichtlich geworden. Womöglich tut Mühlacker genau dies aber gut: Denn dass Donath ein Vollprofi ist, sprechen ihm selbst jene nicht ab, die in den vergangenen Jahren hin und wieder nicht einer Meinung mit ihm waren. Nachdem die Mühlacker Feuerwehr in Teilen aufregende Jahre hinter sich hat, bleibt nun zu hoffen, dass unter einem Kommandanten, der bereits seit vielen Jahren in der Wehr Verantwortung übernommen hat, Ruhe einkehrt.“
