Finanziell steht Königsbach-Stein nicht schlecht da — doch es warten große Investitionen und Kreditaufnahmen in Millionenhöhe
Königsbach-Stein. Pforzheim. Ein paar Punkte tauchen im Lauf des Abends immer wieder auf, in mehreren Reden über Fraktionsgrenzen hinweg. Die Aufforderung zur nachhaltigen Konsolidierung der Finanzen gehört ebenso dazu wie die Kritik an Bund und Land, aber auch das Lob an die ehrenamtlich Engagierten und der Dank an die Steuer zahlenden Bürger und Unternehmen, an die Gemeindeverwaltung und an Kämmerin Maike Bischoff, für die es am Dienstagabend die letzte Gemeinderatssitzung in Königsbach-Stein ist.
Der Gemeinderat beschließt bei zwei Gegenstimmen den von ihr erstellten Haushaltsplan. Unterm Strich rechnet er mit einem negativen ordentlichen Ergebnis von knapp 1,7 Millionen Euro, was allerdings aus den Rücklagen ausgeglichen werden kann. Neue Kredite sind nicht vorgesehen, zumindest nicht für dieses und für nächstes Jahr. Erst für 2028 steht ein Darlehen von 1,5 Millionen Euro in der mittelfristigen Finanzplanung, 2029 sollen es 4,5 Millionen Euro sein.
Einstweilen soll der Schuldenstand durch Tilgungen aber erst einmal weiter sinken: auf 432.000 Euro zum Jahresende. Auf der Einnahmeseite hat Bischoff die Gewerbesteuer für 2026 mit 4,4 Millionen Euro wieder etwas höher angesetzt, nachdem der Vorjahresansatz von rund 3,5 Millionen Euro im Vollzug deutlich übertroffen wurde. Weitere Einnahmen will man etwa durch die Grundsteuer (1,3 Millionen), den Gemeindeanteil an der Einkommensteuer (8,3 Millionen) und die Schlüsselzuweisungen (6,9 Millionen) erzielen.
Dem gegenüber stehen auf der Ausgabenseite unter anderem die Personalkosten, über die bei den Haushaltsberatungen Ende Januar bereits angeregt diskutiert wurde. Die Verwaltung rechnet mit rund 8,3 Millionen, was rund 14.000 Euro weniger als im Vorjahr wären – trotz einer neuen Stelle, die die Mehrheit des Gemeinderats im Forst schaffen will. Für den Unterhalt der Infrastruktur plant man dieses Jahr 2,4 Millionen Euro, für Investitionen stehen nach dem Abzug von Zuschüssen netto rund zwei Millionen im Finanzhaushalt, zudem Verpflichtungsermächtigungen von 4,4 Millionen Euro. Letztere vor allem für den Neubau des gemeinsamen Feuerwehrhauses.
