Gemeinden der Region
Engelsbrand -  20.03.2019
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp

Förderverein für Kinder und Jugendliche Engelsbrand: Vorsitzender tritt nicht wieder an

Engelsbrand. Eine Fotografie nach der anderen legt Frank Böckler auf den Tisch. Zu sehen sind unterschiedlichste Spielplätze der Gemeinde Engelsbrand, der Bolzplatz in Engelsbrand mit Basketballfeld, das bunte Treiben auf den Frühjahrs- und Herbstbasaren des Fördervereins für Kinder und Jugendliche in Engelsbrand (FKJ) und Seminarräume mit übervollen Tischen und gut gelaunten Menschen drum herum.

Immer mit dabei: Böckler selbst. 14 Jahre lang hat der Vereinsvorsitzende in unzähligen ehrenamtlichen Stunden die Geschicke des FKJ gelenkt und geleitet. Doch in der Hauptversammlung am Freitag wird er nicht mehr zur Wahl antreten.

„Das ist ein Verein für junge Menschen“, sagt der 56-Jährige. Man müsse nah am Thema dran sein, die aktuellen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen kennen. „Meine Kinder sind inzwischen sehr groß geworden“, überlegt der dreifache Vater weiter und blickt über die Bilder der vergangenen 14 Jahre. Böckler schaut dabei entspannt. Wehmut oder gar Abschiedsschmerz sind nicht zu erkennen. Warum auch? Er hinterlässt einen gut aufgestellten Förderverein, der seit seinem Amtsantritt um mindestens 660 Mitglieder auf inzwischen über 850 Aktive und Passive angewachsen ist.

Der FKJ hat sich entwickelt und hat im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen und Institutionen keine Nachwuchsprobleme. „Ich könnte jetzt auf hohem Niveau meckern und sagen, dass noch mehr aktive Mitglieder für den Verein wünschenswert wären“, sagt er schmunzelnd und blickt über den Rand seiner Brille hinweg. Aber tatsächlich könne sich der FKJ nicht beschweren, was beim jüngsten Frühjahrsbasar wieder gut zu sehen gewesen sei. „Über 120 Ehrenamtliche haben für den reibungslosen Ablauf gesorgt“, sagt er stolz und erinnert sich, dass er vor vielen Jahren durch einen der Basare überhaupt erst zum Förderverein gekommen ist. „Meine Frau war eine der Einkäuferinnen“, erzählt er. Das bunte Treiben sei ihm damals schnell zu viel geworden und er habe sich als stiller Beobachter an den Rand zurückgezogen. „Ich war völlig fasziniert von der Professionalität des Ablaufs“, sagt er. Alles sei klar und erkennbar geregelt gewesen: die Verantwortlichkeiten, Strukturen und Prozesse. Als Unternehmer habe ihm das sehr imponiert.

Gleichzeitig habe er jene Punkte erkannt, an denen ein bisschen was verändert werden könnte, um noch besser zu werden. „Dabei ging es beispielsweise um so einfache Dinge wie Mitgliedsanträge“, erläutert er. Es sei nur ein kleines Stellrad gewesen, aber es habe dafür gesorgt, dass die Mitgliedsanträge fortan schlichtweg überall und jederzeit verfügbar gewesen seien. „Auch andere Dinge habe ich durch eben jene Unternehmerbrille gesehen und angepackt“, so Böckler, der damals für sich entschieden hat: „Da will ich mitmachen.“

Dabei ist Böckler auf ehrenamtlicher Basis auch noch im Gemeinderat Engelsbrand als CDU-Mitglied, er ist Prüfer bei der Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald, und seit Anfang des Jahres begleitet er das Amt des dritten Vorsitzenden beim Bogensportclub Schömberg.

Bleibt dem Verein aber erhalten

„Die ehrenamtlichen Erfolge bringen mir mentale Stärke für meinen Beruf“, sinniert er. Und: „Ich mache das alles nicht für mich. Ich möchte etwas für die Gemeinde tun – das ist mein Ziel.“ Und trotzdem hat sich Böckler zum Abschied vom Amt beim FKJ entschieden. „Ich wünsche mir etwas mehr Zeit mit meiner Familie“, gesteht er. Zeit sei Luxus, den er sich nun gönnen wolle – schließlich sei jedes Leben endlich.

Mehr lesen Sie am Donnerstag, 21. März, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

Autor: Yvonne Dast-Kunadt