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Nordschwarzwald -  25.05.2021
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Fünffache Mutter aus dem Nordschwarzwald bestreitet Vorwürfe brutaler Kindesmisshandlung

Tübingen/Nordschwarzwald. Komplett anders als in der drückenden Anklage des Oberstaatsanwalts stellten sich Vorwürfe brutaler Kindesmisshandlungen und Demütigungen dar, als sich die angeklagte, soeben 60 Jahre alt gewordene fünffache Adoptivmutter aus dem Nordschwarzwald vor dem Tübinger Landgericht äußerte. Eine weitere Sicht bot die Zeugenaussage des inzwischen 33-jährigen Sohnes, der das aufsehenerregende Verfahren als verurteilter und auch anderweitig vielfach vorbestrafter Brandstifter erst in Gang gesetzt hatte. Er gibt seinen Adoptiveltern die Schuld an seinem verkorksten Leben. Vor allem der Mutter. Das Verfahren gegen den meist mit dem Gürtel züchtigenden Vater ist eingestellt worden.

Weil er seine damalige Freundin aus dem Enzkreis misshandelte, muss ein Mann aus Bade-Württemberg eine Strafe in einer Erziehungsanstalt absitzen. Foto: Arne Dedert/dpa
Weil er seine damalige Freundin aus dem Enzkreis misshandelte, muss ein Mann aus Bade-Württemberg eine Strafe in einer Erziehungsanstalt absitzen. Foto: Arne Dedert/dpa

Denn damals, 2018, sagte er, hatte er eigentlich sein Elternhaus anzünden wollen. Die „reinigende Kraft des Feuers“ habe ihm sein Adoptivvater, ein Missions-Pastor, immer schon nahebringen wollen. Die erschütternden Vorwürfe der Anklageschrift von Oberstaatsanwalt Trück wies die angeklagte Adoptivmutter zurück. Und das mit einer gewissen Plausibilität, die sie durch vielerlei Belege familiärer Fürsorglichkeit, die sie durch beweiskräftiges Material wie Briefe der Kinder und Fotos, belegen könne. Dass ihre und ihres Mannes Erziehung streng gewesen sei, gerade anhand der besonders schwierigen mittleren drei Geschwisterkinder, räumte sie ein. Zimmerarrest, Hausarrest, Fernsehverbot, Computerverbot und Strafarbeiten seien aber das Höchste an Sanktionen gewesen.

Über die vielen Jahre hinweg habe es hin und wieder eine Ohrfeige gegeben, etwa wenn gerade der renitente und verhaltensauffällige Samuel sie als „Arschloch“ beschimpft habe.

Ihr Ex-Mann habe hingegen die harten Strafen wie Gürtelschläge auf den nackten Po oder tagelange Verbannung in Keller oder Garage exekutiert.

Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.

Mehr über das Thema lesen Sie am 26. Mai. in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

Autor: Martin Bernklau