GU-Türkischer SV Pforzheim zieht sich aus der Verbandsliga zurück
Pforzheim. Die Entscheidung hatte sich abgezeichnet: Der Fußball-Verbandsligist GU-Türkischer SV Pforzheim hat sein letztes Spiel der Saison gegen den 1. FC Bruchsal abgesagt. Es ist zugleich der Abschied aus der Verbandsliga, denn der finanziell schwer angeschlagene Verein zieht sich aus dieser Klasse zurück. Das Heimspiel der Kreisliga-Mannschaft der GU an diesem Samstag gegen Birkenfeld soll dagegen stattfinden.
Zum Ausstieg der mit großen Ambitionen angetretenen ersten Mannschaft aus der Verbandsliga habe es letztlich keine Alternative gegeben, sagt Florian Thanner aus dem vor wenigen Wochen neu gewählten Vorstand der GU. Zu groß sind die finanziellen Probleme des Vereins, den Verbindlichkeiten in sechsstelliger Höhe drücken und für den ein Antrag auf ein Insolvenzverfahren läuft.
Dass man die Verbandsliga-Mannschaft noch vor dem letzten Spieltag abgemeldet habe, begründet Thanner damit, „dass wir einen sauberen Schnitt haben wollten“. Die GU wird somit vom fünften auf den letzten Tabellenplatz gesetzt – mit der Folge, dass der TSV Reichenbach vom Abstiegsplatz 14 auf den Relegationsplatz 13 vorrückt und der bisher Tabellen-13. TSG Weinheim nun Zwölfter ist und den Verbleib in der Verbandsliga schon vor dem letzten Spieltag sicher hat. Am vergangenen Wochenende hatte die GU schon ihre Partie in Weinheim wegen Personalmangels abgesagt, wodurch der Gegner kampflos drei Punkte bekam und Reichenbach dadurch sicher abgestiegen wäre. Nun erhält Reichenbach die Chance, über die Relegation drinzubleiben.
Künftig in „kleinerem Rahmen“
Mit dem Rückzug aus der Verbandsliga fällt nach Clubangaben die erste Mannschaft auseinander – nun bemüht man sich im Brötzinger Tal, für die kommende Saison wenigstens ein Team zu stellen. In der derzeitigen zweiten Mannschaft, die zum Abschluss der Kreisliga-Runde an diesem Samstag zu Hause gegen Birkenfeld antritt, stehen laut Thanner einige langjährige Spieler, die offenbar bereit sind, weiter für die GU aufzulaufen. Ob dies gelingt, ist völlig offen – zumal es für den Verein aufgrund der hohen Schuldenlast zunächst einmal darum geht, den Fortbestand zu sichern.
Sollte bei der GU-Türkischer SV Pforzheim aber auch in der Saison 2026/27 der Ball rollen, dann ist eines klar: Es werde, so Thanner in einem wesentlich „kleineren Rahmen“ sein als in der gerade zu Ende gehenden Spielzeit 2025/26.
