Gabriel-Eberle-Stiftung und Amalienstube servieren Bedürftigen in Brötzingen Leckeres vom Grill
Pforzheim. Zum Glück sind die Temperaturen nach Rekordwerten am Wochenende bei 38 und 39 Grad wieder ein bisschen gesunken. Ansonsten hätte die Grillaktion der Gabriel-Eberle-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Brötzinger Amalienstube zur schweißtreibenden Angelegenheit werden können.
So ist das Festmahl für bedürftige und einsame Menschen im Vereinsheim der Karneval-Gesellschaft „Hochburg 1972“ (KGHO) aber einmal mehr zu einem verbindenden Treffen mit familiärem Charakter geworden.
Knapp über 60 hungrige Gäste durften sich zum Mittagessen am Montag über eine Auswahl köstlicher Bratwürste sowie Schweine- und Putensteaks vom Grill freuen. Dazu gab es selbstgemachte Salate, die von rund 25 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern an den Mann oder die Frau gebracht wurden. Und als süße Versuchung standen anschließend neben frischem Obst auch noch Kaffee und Kuchen bereit – von der Käsesahne bis zum Erdbeerkuchen blieben keine Wünsche offen.
Gemeinschaftsgefühl stärken
„Lasst es euch gut gehen“, hatte Otto Eberle, Initiator der 2023 gegründeten Gabriel-Eberle-Stiftung, zuvor noch allen Gästen mit auf den Weg gegeben, während Alleinunterhalter „Charly“ das Festessen mit sanfter Musik vom Keyboard begleitete. „Hier geht es vor allem auch um das Gemeinschaftsgefühl und dass wir in Brötzingen zusammenhalten“, sagt Eberle und lässt die bisherige Stiftungsarbeit Revue passieren: „Zu Anfang haben wir bei solchen Veranstaltungen mehr oder weniger aus der Hüfte geschossen. Mittlerweile läuft alles strukturiert und wir haben einen festen Helferstab, der immer wieder bereitwillige zur Verfügung steht.“
Die treibende Kraft dabei ist Susanne Nikolaus, Wirtin der Brötzinger Amalienstube. „Der Bedarf an Veranstaltungen dieser Art ist groß und wird immer größer“, weiß die Gastronomin und betont: „Wer hierher kommt, muss sich nicht schämen. Im Gegenteil: Hier fühlen sich einsame Menschen gut aufgehoben, und unser eingespieltes Team sorgt für das leibliche Wohl.“
Das unterstreicht auch ein 67-jähriger Stammgast, dem besonders das gegrillte Schweineschnitzel mundet. „Die Atmosphäre ist klasse und jeder ist freundlich zu dir. Ich komme immer gerne wieder“, betont er. „Menschen, die finanziell zu knabbern haben, gibt es immer mehr“, schildert ein 65-Jähriger. Als alleinstehender Mann habe er nicht viele soziale Kontakte und sitze oft nur alleine daheim auf dem Sofa. „Hier lerne ich Leute kennen und finde Abwechslung“, sagt er.
Dafür sorgen am Montag nach dem Mittagessen auch 20 Kinder der Brötzinger „Vogelnest“-Kita, die unter Leitung von Musikpädagogin Sabrina Keller den Gästen das ein oder andere Ständchen singen. Nebenan, auf dem Areal der Gartenfreunde können sich Bedürftige zudem kostenlos mit Second-Hand-Kleidung eindecken. Und auch das Wichernhaus ist mit seinem neuen „Medi-Mobil“ vor Ort, das bald in Betrieb gehen soll und Menschen ohne Krankenversicherung eine ärztliche Notversorgung anbieten wird.
„Mir macht es Spaß, den Menschen etwas Gutes zu tun“, sagt Petra Schmidt, die im Hauptberuf das Hotel-Restaurant Schönblick in Birkenfeld führt. Und Gastro-Kollegin Brigitte Scheufele ergänzt: „Wir sind hier gerne mit viel Herzblut bei der Sache.“
