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Königsbach-Stein -  25.01.2026
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Gefahr an der Ortsdurchfahrt? Eine Querungshilfe für Fußgänger sorgt in Königsbach-Stein für Kritik

Königsbach-Stein. Die Schilderungen sind drastisch, die Warnungen eindringlich – sowohl von einem Bürger in der Einwohnerfragestunde als auch von Ratsmitglied Oliver Kräutle (Bürgerliste). Beide kritisieren in der Gemeinderatssitzung in Königsbach-Stein die Zustände an der Königsbacher Straße (Landesstraße 611).

In der Kritik: Geländer und die Querungshilfe an der Königsbacher Straße Roller
In der Kritik: Geländer und die Querungshilfe an der Königsbacher Straße Roller Foto: Nico Roller

Konkret geht es um die Stelle, an der sich in Stein in der Nähe der Heynlinpassage in der Mitte der Fahrbahn die Querungshilfe befindet. Dort endet der vor allem von Fußgängern und Radfahrern genutzte Weg, der von der Bachgasse als Abkürzung von der historischen Dorfmitte zu den weiter außen liegenden Teilen des Orts dient. Zwar gibt es am Ende des Wegs ein weiß-rot gestaltetes Geländer, das auf ein paar Metern eine deutliche Abgrenzung zur Straße bildet. Doch das genügt Kräutle nicht. Er berichtet von Lastkraftwagen, die den abschüssige Teil der Landesstraße „herunterdonnern“. Er habe oft Kindergartengruppen gesehen, die minutenlang auf dem Gehweg warten müssen, bis sie über die Straße gehen können. Für sie sei die Querungshilfe nicht mehr als eine „Rettungsinsel“. Für Kräutle steht fest, dass sich dringend etwas ändern muss: „Ich finde das alles wirklich extrem gefährlich.“

Ähnliche Beobachtungen hat ein Bürger gemacht, der von einem erheblichen Sicherheitsrisiko spricht, insbesondere für Kinder, die auf dem Weg zum Kindergarten oder in die Schule die Straße überqueren müssen. Zudem berichtet er von Kindergartengruppen, die auf dem Weg zum Wasserspielplatz „ohne jeglichen Schutz“ abwarten müssten, bis „ein Verkehrsteilnehmer gnädig sein Fahrzeug stoppt“. Aus seiner Sicht müsste zudem das Geländer zumindest verlängert, optimalerweise durch ein stabiles Schutzgitter ersetzt werden.

Die Gemeindeverwaltung will diese Möglichkeit ebenso prüfen wie ein Zurückschneiden jener Hecke, die der Bürger für eingeschränkte Sichtverhältnisse verantwortlich macht. Allerdings sind die Möglichkeiten der Gemeinde laut Bürgermeister Heiko Genthner begrenzt, da es für die meisten Veränderungen eine Anordnung der Straßenverkehrsbehörde beim Landratsamt braucht. Er weiß, dass die Stelle schon mehrfach Thema bei Verkehrsschauen war. Und er kündigt an, sie bei der nächsten erneut anzusprechen. In den Äußerungen des Bürgers sieht Genthner „sehr viele subjektive Anmerkungen“. Die vorhandene Mittelinsel bewertet der Rathauschef als sichere Querungshilfe. Zudem verweist er auf den Zebrastreifen, der sich rund 100 Meter weiter befindet. Ihn an die Mittelinsel zu verlegen, komme laut Ordnungsamt nicht infrage. Auch die von Luisa Schorr (Grüne) vorgeschlagene Ausweitung von Tempo 30 bewertet man dort als schwierig.

Aus dem Landratsamt heißt es auf Nachfrage lediglich, dass die Straßenverkehrsbehörde Anliegen und Vorschläge der Gemeinde zur Verbesserung der Verkehrssicherheit ernst nehme und davon ausgehe, dass sie diese „im Rahmen einer Verkehrsschau oder auf anderem Weg“ schildern werde. Man nehme Stellung, sobald es hierzu Ergebnisse gibt. In der Ratssitzung bietet Genthner dem Gremium an, konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Situation bei der Verwaltung einzureichen.