Große Veränderung: Mönsheimer Volleyballclub wechselt den Verband
Mönsheim. Vom Wechsel des Verbandes erhofft sich der Verein in Zukunft deutliche Verbesserungen – und neue aktive Spieler.
Beim gemeinsamen Aufwärmen verfolgen alle einen kleinen gelben Ball: schnell und wendig, mit dem Hockeyschläger und ohne Schuhe. Die werden erst wieder angezogen, wenn die Volleybälle zum Einsatz kommen: zuerst in Zweier-Teams beim gegenseitigen Zuspielen, dann in größeren Gruppen bei einem Duell am Netz. Im Training des Mönsheimer Volleyballclubs läuft alles wie immer: routiniert, eingespielt, reibungslos.
Doch im Hintergrund steht eine große Veränderung an: Der Verein wechselt vom Volleyball-Landesverband Württemberg (VLW) in den Nordbadischen Volleyballverband (NVV). Technisch gesehen handelt es sich um einen formalen Akt, um eine organisatorische Veränderung, von der die Spieler wenig mitbekommen. Bemerkenswert ist der Schritt dennoch, denn er kommt nicht oft vor.
Wechsel im Guten
Möglich ist er in Mönsheim auch nur deshalb, weil der Ort an der Grenze zu Baden und damit zum Nachbarverband liegt. „Das ist schon etwas Besonderes“, sagt Edwin Unterweger. Der Vorsitzende betont ausdrücklich, dass man den Wechsel im Guten vollzieht und beide Verbände damit einverstanden sind. Im VLW hat sich der Mönsheimer Volleyballclub immer sehr wohlgefühlt und aktiv eingebracht, etwa durch das Übernehmen von Leitungsfunktionen. Edwin Unterweger war Bezirksvorsitzender und Bezirkspokalwart, seine Tochter Santina Bezirksjugendwartin.
Dass man nun den Wechsel vollzieht, hat vor allem praktische Gründe. Dabei denkt Santina Unterweger etwa an die Entfernungen zu den Spielen, die im VLW in der Vergangenheit recht groß waren.
Nicht selten fuhren die Mannschaften bis nach Tübingen, Nürtingen und Burladingen, auch im Winter, wenn im Schwarzwald viel Schnee liegt. „Wir haben es nicht anders gekannt“, sagt Unterweger, die weiß, dass die großen Entfernungen gerade für die Spieler aus dem Enzkreis nicht immer einfach zu stemmen waren. Künftig, im NVV, wird sich das Spielgeschehen auf Karlsruhe und die Umgebung konzentrieren. Für viele ist das laut Unterweger „im Vergleich ein Katzensprung“. Die Schriftführerin hofft, dass man durch den Wechsel des Verbands neue Spieler gewinnen kann, auch aus Pforzheim und dem westlichen Enzkreis, wo es aktuell nur wenige Vereine gibt, die im Ligabetrieb aktiv sind. Die Mönsheimer wollen bekannter werden, auch unter den Studenten der Pforzheimer Hochschule. Unterweger sieht ein großes Potenzial, nicht zuletzt wegen der idealen Trainingsbedingungen, die man den Sportlern in Mönsheim bieten kann. Alle Trainer haben mindestens eine C-Lizenz, die Ausrüstung ermöglicht vielfältige Übungen, ein Freigelände im Sommer viel Beachvolleyball.
Unterweger sagt: „Bei uns ist jeder herzlich willkommen, der nett ist.“
Natürlich freut man sich über erfahrene Spieler, aber auch Anfänger und reine Freizeitsportler sind gern gesehen. „Wir finden für jeden einen Platz.“ Aktuell hat der Verein drei Mannschaften im Spielbetrieb. Die erste Damenmannschaft hat sich erst vor drei Wochen den Bezirkspokal geholt und inzwischen „ganz gut in der Landesliga etabliert“. Seit 2014 spielt sie dort ununterbrochen, mit einem Abstecher nach oben und nach unten. Dass die erste Damenmannschaft auch im NVV in der Landesliga antreten wird, steht ebenso fest wie der Verbleib des Mönsheimer Herrenteams in der Bezirksklasse. Wo die zweite, aktuell in der Bezirksklasse aktive Damenmannschaft künftig spielt, weiß man dagegen noch nicht. Aber darauf kommt es laut Unterweger auch nicht an, denn in diesem Team geht es in erster Linie darum, Spielpraxis zu sammeln.
Der Vorsitzende erwartet „auf jeden Fall eine spannende Saison“, allein schon deshalb, weil die Mönsheimer auf „total unbekannte Mannschaften“ treffen. Doch das muss aus seiner Sicht kein Nachteil sein, denn: „Die anderen kennen uns ja auch nicht.“ Unterweger hofft, dass die Mönsheimer „den Überraschungseffekt“ zu ihrem Vorteil nutzen können. Denn er weiß, dass es bei der Spielweise kleine, aber feine Unterschiede zwischen dem Württembergischen und dem Badischen gibt.
Ziel der ersten Damenmannschaft ist es, im oberen Drittel der Landesliga mitzuspielen. Nicht nur dort freut man sich schon jetzt auf die neue, im Herbst beginnende Saison.
Unterweger sagt: „Für uns ist das eine aufregende neue Erfahrung.“
Er ist überzeugt, dass der Start im neuen Verband nicht einfach wird. „Aber wir gehen mit einer positiven Einstellung in die Spiele.“
