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Schömberg -  07.06.2026
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Großes Oldtimertreffen in Schömberg: 900 motorisierte Augenweiden

Schömberg. Strahlender Sonnenschein und angenehme Temperaturen begleiten das 3. Oldtimer-Treffen in Schömberg, bei dem die Schwarzwaldgemeinde am Wochenende nahezu aus allen Fugen gerät. Ein gigantischer Zulauf von nah und fern begeistert den Veranstalter Heinz Schober von den Oldtimer-Freunde Bad Liebenzell, der am Ende von über 900 Fahrzeugen und weit mehr als 3000 Besuchern spricht, die die „Glücksgemeinde“ in ein lebendiges Automobilmuseum verwandeln.

Was für ein Ausblick: Rund 50 Oldtimer stehen am Aussichtsturm.
Was für ein Ausblick: Rund 50 Oldtimer stehen am Aussichtsturm. Foto: Zoller

Volle Plätze im Handumdrehen

Dass dieser Tag alle Erwartungen sprengen würde, zeichnete sich bereits am frühen Morgen ab. Die Einweiser Aiad Al-Broo und Fabio Aatz bezogen schon zeitig Stellung an Parkplatz P2. Obwohl der offizielle Einlass ab 10 Uhr galt, war der Platz bereits binnen 30 Minuten restlos belegt. „So viele Fahrzeuge hatten wir noch nie“, betont Aatz, der sich für einen schwarzen Lamborghini begeisterte.

Immer wieder mussten er und sein Kollege Oldtimer auf Flächen außerhalb der ausgeschilderten Areale verweisen. Ob P1 bei der Feuerwehr, P2, das Kurparkareal oder die neuen Zusatzflächen am Aussichtsturm für rund 50 Exemplare, überall bot sich das gleiche Bild: In Reih und Glied standen die historischen Schätze nebeneinander. Zur Mittagszeit sind es bereits über 700 Fahrzeuge, bevor am Nachmittag die 900er-Marke geknackt wird. Schober sieht damit sein Konzept bestätigt: „Ohne Anmeldung funktioniert es einfach am besten!“

Das Besondere an Schömberg: Hier glänzen nicht nur Nobelmarken. „Es ist ein offenes Treffen für alle. Man sieht hier seltenere Autos und nicht nur Jaguar, Porsche und Co.“, freuen sich Sabine und Norbert Held aus Keltern. Sie waren mit ihrem Ford Thunderbird, Baujahr 1959 angereist und genossen stilecht mit originalen Accessoires ein Picknick inmitten der Raritäten.

Erstmals den Weg aus Rippoldsau bei Freudenstadt nach Schömberg gefunden haben Beatrice und Oliver Armbruster. Ihr VW T1-Bus, Baujahr 1975 strahlte in den Originalfarbtönen der 1970er-Jahre und zog die Blicke auf sich.

Aus Großbettlingen reisten Andreas Szynkar und seine Frau an, die stolz ihren Fiat X 1/9 im unberührten Originalzustand und im markanten Farbton „Rosso Bertone 886“ präsentierten. „Hier ist ja die Hölle los! Es macht einfach riesigen Spaß, sich mit anderen Fans auszutauschen“, so das begeisterte Fazit. Auch Antje Maercklin und Oliver Rommel aus Ettlingen, die im passenden Vintage-Outfit flanierten, schwärmen: „Der Hype hier ist gewaltig.“

Für ein absolutes Highlight sorgt der Auftritt von „Leno Marques“. Der Elvis-Tribut-Artist war zum ersten Mal in Schömberg zu Gast und lieferte packende Live-Acts. Passend zum Rock-‘n‘-Roll-Gefühl hat der aus Portugal stammende Sänger seinen eigenen Cadillac Sedan DeVille, Baujahr 1958 mitgebracht.

Einen weiteren amerikanischen „Eyecatcher“ präsentiert Jens Kurras aus Altensteig: Ein 5,40 Meter langer Chevrolet Impala aus dem Jahr 1960. Das in der Schweiz gebaute Fahrzeug ging einst als deutsche Erstauslieferung an einen Unternehmer am Bodensee. Kurras hatte den Wagen 2020 von Restaurator Christian Rühle aus Schorndorf komplett herrichten lassen. Nun glänzt der Straßenkreuzer in den Originalfarben „Crown Saphir“ und „Snowquest White“ (Schneeflockenweiß).

Doch nicht nur Hochglanz-Karossen faszinierten. Die Fraktion der historischen Schlepper und Bulldogs, die einst das tägliche Arbeitsleben prägten, zog ebenso die Blicke auf sich. Friedrich Stahl aus Mühlacker war zum dritten Mal dabei. Er zeigte einen seltenen Allgaier System Porsche, Baujahr 1950. „Die wurden erst ab 1954 in Rot ausgeliefert, meiner ist im Original noch orange“, erklärt der stolze Besitzer mit Jahrgang 1944. Als Beweis hat er die originale Kaufrechnung seines Vaters aus dem Jahr 1950 dabei. Mit auf dem Traktor darf übrigens auch seine weiße Schäferhündin Inka die Fahrt genießen. Ebenfalls für Fachgespräche sorgen Georg Gebhardt aus Waldbronn und Manuel Dillitzer aus Spielberg mit ihren roten „Porsche Super“-Traktoren. Gebhard, der mit seinem Gefährt schon bis nach Rügen unterwegs war, plant für 2026 bereits eine Tour an den Bodensee.

Perfekte Fotokulisse

Die Oldtimermeile ist ein Paradies für Fotografen und Filmer. Wer die lange Strecke vom Kurpark bis hinauf zum Aussichtsturm nicht zu Fuß zurücklegen will, kommt in den Genuss eines ganz besonderen Service: Ein historischer Büssing-Shuttlebus der Firma Eberhardt aus dem Jahr 1955 pendelte zwischen den Stationen und ließ die Fahrgäste das nostalgische Fahrfeeling von einst hautnah erleben.

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