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Engelsbrand -  15.12.2017
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Grunbacher Ski-Ass Tom Rösch: Mulmiges Gefühl nach tödlichen Stürzen

Zwei tödliche Unfälle innerhalb kürzester Zeit erschüttern den Ski-Zirkus weltweit. Mitte November stürzte der französische Abfahrer David Poisson in Kanada beim Training für das Rennen in Lake Louise schwer. Er durchbrach die Fangnetze, prallte gegen einen Baum und starb an seinen Verletzungen. In der vergangenen Woche stürzte der deutsche Nachwuchsfahrer Max Burkhart ebenfalls in Lake Louise beim Training, seine Ski zerschnitten die Fangzäune, der 17-Jährige erlag später im Krankenhaus von Calgary den schweren Unterleibsverletzungen. DSV-Kaderathlet Tom Rösch aus Grunbach hat den verunglückten Max Burkhart gekannt.

Der 17-jährige Grunbacher besucht seit rund zwei Jahren das Skiinternat des deutschen Skiverbandes in Berchtesgaden. Er kannte Max Burkhart gut. „Wir sind der gleiche Jahrgang, haben zusammen im Landeskader trainiert und nahmen auch gemeinsam an vielen Rennen teil“, berichtet Tom Rösch. „Ich war geschockt und erstmal völlig sprachlos. Im ersten Moment fragt man sich: Warum gerade er? Warum schon wieder ein Todesfall?“

„Der Skisport ist genauso gefährlich wie vor zehn Jahren auch“, meint Tom Rösch. „Klar haben die Geschwindigkeiten zugenommen, aber es wurden auch die Sicherheitsvorkehrungen weiter verbessert. Uns junge Fahrer schützen Protektoren, die Profis sogar Airbags. Auch die Fangnetze entsprechen höchsten Anforderungen. Mehr kann man da wirklich nicht tun.“

Tom Rösch ist kein Speed-Fahrer, als Techniker ist er im Slalom und Riesenslalom zu Hause. Am Wochenende startete er bei zwei Rennen in Kaltenbach (Hochzillertal) – mit einem schwarzen Tape als Trauerflor am Oberarm. „Vor dem Start hatte ich schon ein mulmiges Gefühl“, gibt er zu. „Aber im Rennen muss man die schlimmen Gedanken ausblenden. Sonst braucht man erst gar nicht mehr auf die Bretter stehen.“ Daheim jedenfalls machen sich die Eltern Sorgen.

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Autor: Dominique Jahn