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Wurmberg -  02.04.2022
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Halbzeit für Bürgermeister Jörg-Michael Teply: Wurmberg zieht Bilanz

Wurmberg. Die Stimmen aus der Bürgerschaft und dem Gemeinderat sind sich einig: Bürgermeister Jörg-Michael Teply ist beliebt in Wurmberg. Wenn es um das menschliche Miteinander geht, das Zugehen auf die Bürgerinnen und Bürger, dann ist Teply in seinem Element. Seit 2010 ist er nun im Amt, die erste Hälfte seiner zweiten Amtszeit hat er geschafft und weitestgehend zeigt sich Wurmberg zufrieden mit der Arbeit des Rathauschefs. Was die Entscheidungsfreude Teplys angeht, herrschen im Rat jedoch unterschiedliche Meinungen.

Bürgermeister Jörg-Michael Teply ist beliebt in Wurmberg.
Bürgermeister Jörg-Michael Teply ist beliebt in Wurmberg. Foto: Moritz

Grundsätzlich ist aber klar: Die kommenden vier Jahre werden nicht arm an Herausforderungen sein und so manches aufgeschobene Projekt müsse nun endlich angegangen werden.

„Herr Teply versucht, es allen recht zu machen. Das klappt nicht.“

Thomas Meeh, CDU-Fraktionsvorsitzender

So sieht es zumindest der CDU-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, Thomas Meeh. Die Grundschule sei beispielsweise ein wichtiges Thema, bei dem die Gemeinde nicht voran komme. „Abreißen oder nicht? Können wir einen Neubau stemmen oder nicht?“, fragt Meeh.

Auch bei den Themen Wurmberg500, Gewerbegebiet Ochsenwäldle und Turn- und Festhalle müssten in den kommenden Jahren wichtige Entscheidungen gefällt werden. „Herr Teply versucht, es allen recht zu machen. Das klappt nicht“, so Meehs Einschätzung. „Er tut sich schwer damit, sich zu positionieren.“ Oftmals stelle er sich die Frage: Ist Teply nun dafür oder dagegen?

Doch der Fraktionsvorsitzende lobt auch die Arbeit des Bürgermeisters in Bezug auf den Umgang mit der Flüchtlings- und Corona-Krise. Das sei gut gehandhabt worden. Und er lobt das Kommunikationstalent Teplys, den Umgang mit anderen. „Wenn es darum geht, mit Menschen in Kontakt zu treten, dann ist er sehr gut. Er will die mitnehmen, die Bedenken haben. Das macht ihn menschlich stark.“

Felix Beigel, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler (FWV), sieht ebenfalls die Bürgernähe als größte Stärke Teplys: „Er ist im Ort unterwegs und bei Veranstaltungen dabei. Er geht auf die Interessen der Bürger ein.“ Er kümmere sich beispielsweise auch intensiv um die Belange der Feuerwehr, sei recht präsent in den Vereinen und habe jederzeit ein offenes Ohr.

„Ich würde mir sogar wünschen, dass Teply nach den kommenden vier Jahren noch eine weitere Amtszeit macht.“

Felix Beigel, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler

Auch bei den Freien Wählern sei man sich einig, dass Schule, Kindergarten und Turnhalle derzeit die wichtigsten Baustellen sind. Teply, so ist sich Beigel sicher, habe diese Themen im Blick. „Er macht seine Arbeit gut. Ich bin sehr zufrieden.“ Der Fraktionsvorsitzende mahnt jedoch auch an, keine weiteren Flächen auf der Gemarkung mehr umzulegen.

Die Flächenversiegelung müsse mit der Fertigstellung der Neubaugebiete „Quellenäcker II“ und „Bei den Zeitelbäumen“ enden. Ansonsten spart Beigel an Kritik. Es könne so weitergehen wie bisher. „Ich würde mir sogar wünschen, dass Teply nach den kommenden vier Jahren noch eine weitere Amtszeit macht.“

Dass es in den kommenden Jahren einfach so weitergehen kann wie bisher, glaubt Dietmar Schaan, Fraktionsvorsitzender der Neuen Wähler (NWV) nicht. Es brauche eine „generelle Neu-Überdenkung“ in der Frage, wie sich die Gemeinde in Bezug auf Gewerbeflächen und Wohnraum ausrichtet und „für die Zukunft aufstellt“. Eine weitere Versiegelung der Gemarkung lehnt auch Schaan ab. Stattdessen müssten Themen wie Naturschutz und erneuerbare Energien stärker in den Fokus gerückt werden.

Doch Schaan sagt auch deutlich: „Alleingänge gibt es in Wurmberg nicht.“ Teply bringe zwar häufig Vorschläge und Ideen ein, er sei aber hauptsächlich Vermittler, lasse alle Meinungen im Rat gelten und stelle sich auch unangenehmen Themen. „Das rechne ich im hoch an“, so Schaan. Der Rathauschef handele in dieser Hinsicht ganz im Sinne des „Wurmberger Wegs“: Es gehe darum, gemeinsam einen Konsens auszuhandeln, hart in der Sache, aber immer fair im Umgang miteinander. Am Ende würde fast immer ein Kompromiss stehen, den der Rat dann einstimmig beschließe.

„Alleingänge gibt es in Wurmberg nicht.“

Dietmar Schaan, Fraktionsvorsitzender der Neuen Wähler

Auch Schaan kommt – natürlich – auf die Bürgernähe Teplys zu sprechen. „Er hat immer offene Ohren für den Rat und die Bürger.“ Und das vielleicht größte Lob: „Er ist Wurmberger geworden.“

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3 Fragen an Wurmbergs Bürgermeister Jörg-Michael Teply

1. Flüchtlingskrise, Corona-Krise und jetzt die Ukraine-Krise: Was blieb und bleibt in diesen turbulenten Zeiten in Wurmberg auf der Strecke?
In erster Linie fallen mir da die Ortsjubiläen im vergangenen Jahr ein: 800 Jahre Wurmberg und 300 Jahre Neubärental konnten 2021 pandemiebedingt leider nicht wie geplant in großem Stil gefeiert werden. Der Festausschuss wird aber voraussichtlich noch im April zusammenkommen und überlegen, in welcher Form wir die Jubiläen auch mit Verzögerung noch feierlich würdigen können.

2. Welches Projekt hat darüber hinaus die ersten vier Jahre dieser Amtszeit geprägt?
Da sind auf jeden Fall mehrere zu nennen: betreute Seniorenwohnanlage, Fußwegverbindung zwischen Wurmberg und Neubärental, Wohnbaugebiet „Banntor/Gasse II“, Kreisverkehrsbau durch das Land, Regenüberlauf- und Regenrückhaltebecken und natürlich das Euro-Bärental-Treffen 2019 inklusive Umgestaltung des „Bärentäler Plätzle“.

3. Worauf freuen Sie sich in den kommenden vier Jahren?
Auf die Umsetzung vieler spannender Projekte für eine nachhaltige Entwicklung unserer Gemeinde, ein weiterhin sehr gutes Miteinander von Bürgerschaft, Gemeinderat, Verwaltung und Bürgermeister sowie auf möglichst viele persönliche Begegnungen mit meinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Denn vor allem diese sind – und da schließt sich der Kreis zur ersten Frage – in den letzten beiden Jahren zwangsläufig leider viel zu oft auf der Strecke geblieben.

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Kommentar: Das ist die Meinung von PZ-Redakteur Sören Stiegler

Jörg-Michael Teply ist ein Menschenfreund. Das offenbart sich nicht nur im persönlichen Gespräch mit ihm, wenn er davon erzählt, wie sehr er den Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern – das Miteinander, die Feste, den Austausch – in den vergangenen zwei Jahren vermisst hat. Auch die Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat loben seine Bürgernähe.

Teply versucht zu vermitteln und alle Bedenken und Forderungen ernst zu nehmen. Das mag manchmal zögerlich wirken, so, als wolle er sich nicht festlegen. Vielleicht ist es aber auch Besonnenheit und der Versuch, am Ende einen Kompromiss zu finden, mit dem letztlich alle gut leben können. Wurmberg hat viel geschafft in den vergangenen vier Jahren, auch wenn die Corona-Pandemie so manches durcheinander gewirbelt hat.

Einige Entscheidungen, wie jene um die Zukunft der Turn- und Festhalle, stehen seit Jahren aus. Doch ich bin mir sicher: Am Ende werden Rat und Bürgermeister voraussichtlich auch hier einen guten Kompromiss aushandeln.