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Nordschwarzwald -  28.06.2020
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Heidelbeer-Sammler um Rücksicht gebeten: Das Auerhuhn brütet gerade

Nordschwarzwald. Wo dürfen im Schwarzwald Heidelbeeren gesammelt werden? Worauf müssen Wanderer beim Sammeln achten? In der Geschäftsstelle des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord in Bühlertal gingen in den vergangenen Tagen vermehrt Anfragen ein. „Wir freuen uns, dass bei diesem Thema verstärkt nachgefragt wird. Denn es zeigt, dass sich viele Menschen Gedanken machen, was das Sammeln für die Wildtiere im Naturpark bedeutet“, erklärt Naturpark-Pressesprecher Jochen Denker. Er weist darauf hin, dass sich Störungen auf die Population der gefährdeten Auerhühner auswirken.

Ein Auerhuhn mit Küken im Heidelbeerstrauch. Foto: Varesvuo
Ein Auerhuhn mit Küken im Heidelbeerstrauch. Foto: Varesvuo

So befinden sich die Hennen zurzeit in der sehr sensiblen Aufzuchtphase der Küken. Für sie hat der Heidelbeerstrauch eine bedeutende Rolle - als Nahrungsquelle und Versteck vor Fressfeinden. Grundsätzlich gilt: Das Sammeln von Heidelbeeren in haushaltsüblichen Mengen für den persönlichen Gebrauch ist überall im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord erlaubt. Ausgenommen sind ausgewiesene Naturschutzgebiete. Hier dürfen die Wege ohnehin nicht verlassen werden. Matthias Mohaupt, Auerhuhn-Experte beim Naturpark rät zu einem umsichtigen Verhalten. „Wer im Schwarzwald Heidelbeeren sammelt, sollte nicht tief in den Wald eindringen. Vor allem die Lichtungen abseits der Wege sind für die Auerhuhnküken überlebenswichtig.“

Aus diesem Grund bittet der Naturpark alle Heidelbeersammler um Rücksicht. „Jeder kann mit seinem Verhalten etwas zum Erhalt intakter Lebensräume beitragen.“ Die Heidelbeere ist für die wenigen Auerhühner im Schwarzwald die bedeutendste Nahrungspflanze. Es werden nicht nur die Beeren, sondern auch Blätter, Blüten und im Winter sogar die Stängel gefressen.

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Autor: pm