Herbstbesen, Schneebesen und neues Restaurant: Frank Daudert hat in Pforzheim viel vor
Pforzheim. Eigentlich hat der stadtbekannte Gastronom Frank Daudert (62) offiziell seinen Ruhestand angesteuert und dies auch so verkündet. Eigentlich.
Aber irgendetwas hat ihm dann doch gefehlt. „Meine Mitarbeiter und die Gäste“, sagt er. Und das beruht wohl auf Gegenseitigkeit. Zumindest hat Daudert dieses Feedback erhalten, wie er der PZ gegenüber erzählt. Zum Beispiel nach dem „Herbstbesen“ im vergangenen Jahr, zum Beispiel nach dem „Spargelbesen“ im Frühjahr. Beide Male wurden die Gäste im Atrium des VolksbankHauses in geschmückten Räumlichkeiten verköstigt.
An diesem Donnerstag, 8. Oktober, zieht nun wieder der „Herbstbesen“ samt bekannter traditioneller Speisekarte ein – angefangen von Maultaschen über Schlachtplatte und Griebenwurst bis zu Feinschmeckergerichten wie Lachs- und Garnelenpfännchen. Alles hausgemachte Leckereien. „Auch die Fischknusperli, wie man sie von den Alpendörfern in der Schweiz kennt, haben wir wieder dabei.“ Und natürlich Siedfleisch, ebenfalls beliebt. Die gut-bürgerliche, traditionelle Küche komme gut an. „In der Innenstadt gibt es das ja kaum noch, da muss man aufs Land fahren.“
Getanzt wird sicherlich auch wieder, denn Daudert bietet erneut von Donnerstag bis Samstag ein musikalisches Programm – mit regionalen Bands, unter anderem „Cherry Lane“, „Gaudi Harry“, den „Romanticas“, „Amadeus“. Sonntags soll dann ein Akkordeonspieler für gute Laune sorgen.
Daudert hat beobachtet, dass beim „Spargelbesen“ auch viel jüngeres Publikum kam; der „Herbstbesen“ habe sich dann überwiegend mit „Best Agern“ gefüllt. Geöffnet ist bis zum 1. November täglich von 11 bis 23 Uhr; freitags und samstags bis 24 Uhr.
Schneebesen in Vorbereitung
Und dann kommt gleich der nächste Aufschlag des umtriebigen Gastronomen: ein sogenannter „Schneebesen“. Auch wieder eine temporäre Geschichte vom 1. bis einschließlich 27. Dezember; ebenfalls täglich geöffnet zu gleichen Zeiten wie beim „Herbstbesen“. Wie er auf den Namen kam? „Ich wollte kein Format, das mit Alm oder Stadl zu tun hat und meinen Nachfolger bei der Winterwelt tangiert“, sagt er. Aber es sollte eben klar sein, dass der Besen im Winter stattfindet. Und Schnee verbinde man bekanntlich damit. Die Idee sei gemeinsam mit der Volksbank entstanden, die starkes Interesse daran habe. Das Ganze solle dann schon auch weihnachtlich sein, was sich in Gerichten wie Ente und Kalbsrücken oder Rinderfilet niederschlage. Am musikalischen Begleitprogramm strickt er gerade. Besinnlich soll es sein, vielleicht auch mit Klavier- oder Geigenmusik sonntags.
Daudert übernimmt Mauritius
Damit nicht genug: Schon länger hat Daudert ein Auge auf das „Mauritius“-Restaurant unter dem Dach des Bankhauses geworfen. Jetzt, da dieser Betreiber ausgezogen ist, schlägt er zu: Ein genauer Zeitpunkt steht noch nicht fest, aber das Konzept ist schon fertig. „Kein zweiter ,Schlosskeller‘, kein zweites ,Lehners‘“, betont er. Die traditionell gehaltene Speisekarte mit Schwerpunkt „alpenländische Speisen“ wird in einem rustikalen, mit viel Naturholz gestalteten Gastraum auf den Tisch gelegt. Die Volksbank als Vermieterin sei derzeit dabei, Kühlhäuser und sonstige Küchenbereiche zu sanieren. Er sorge dann, so Daudert, für die Innengestaltung. Einen Namen hat er auch schon: „Daudert’s Stadtwirtshaus“. Das Restaurant biete außerdem den Vorteil, dass er dann kein Zelt mehr im Freien für die Besen-Projekte aufbauen müsse.
Das Gesamtpaket von Daudert sieht auch der Hausherr positiv: „Wir freuen uns, dass wir so schnell einen tollen Nachmieter mit einem überzeugenden Konzept gefunden haben“, sagt Ulf Lauche, Kundendirektor der Volksbank pur. Auch in Bezug auf die Besenprojekte habe Daudert gezeigt, „dass er dieses Format gut kann“. Damit schreite die Belebung, die man sich für das Haus gewünscht habe, weiter voran.
Auch Daudert scheint froh über die neuen Projekte. Er sei seit seinem 23. Lebensjahr als Gastronom selbstständig, sagt er noch. Als er beschlossen habe, sich zur Ruhe zu setzen, habe er „erst gemerkt, was man zurücklässt“.
Ein Engagement bezüglich Winterwelt schließt Daudert übrigens aus.
