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Kreis Calw -  19.04.2026
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Hermann-Hesse-Bahn: Neue Linie wird gut angenommen– nun gibt’s mehr Züge

Kreis Calw. Die Hermann-Hesse-Bahn (HHB) hat im Februar 2026 in den Augen des Landratsamts Calw eindrucksvolle Fahrgastzahlen erzielt und damit die ursprünglichen Nachfrageprognosen deutlich übertroffen. Laut ersten Auswertungen seien in besagtem Monat insgesamt 25.377 Fahrgäste auf der Strecke zwischen Calw, Althengstett, Ostelsheim und Weil der Stadt gezählt worden. „Ein starkes Signal für die Attraktivität der reaktivierten Bahnlinie“, schreibt das Landratsamt, das die HHB über viele Jahre und mit viel Geld reaktiviert hat.

Die Hermann Hesse-Bahn am Tag der Einweihung.
Die Hermann Hesse-Bahn am Tag der Einweihung. Foto: Röhr (Archivfoto)

Besonders bemerkenswert sei dieses Ergebnis vor dem Hintergrund, dass die Bahn derzeit noch nicht unter optimalen Bedingungen betrieben werde: Parallel zur Schiene verkehren weiterhin Buslinien und die Züge fahren noch im eingeschränkten Takt. Mit einem dichteren Taktangebot und einem vollständigen Ersatz des Busparallelverkehrs sei künftig ein noch deutlich höheres Fahrgastpotenzial zu erwarten.

Die Zahlen im Überblick: Insgesamt seien im Februar 25.377 Fahrgäste unterwegs gewesen, der Spitzentag war dabei der 1. Februar mit 3490 Fahrgästen. Ursprüngliche war das Landratsamt von 3000 Fahrgästen pro Tag ausgegangen. Die durchschnittliche Besetzung pro Zug sei damit bei 27 Fahrgästen gelegen. Zu Beginn des Monats sowie an sonnenreichen Wochenendtagen verzeichnete die Hermann-Hesse-Bahn vereinzelt kleinere Überlastungen, bei denen die Nachfrage die Sitzplatzkapazität überstieg, so der Kreis weiter.

Der Zweckverband Hermann-Hesse-Bahn arbeite intensiv daran, das Angebot auf der Strecke sukzessive zu verbessern. So erfolgte zum 12. April eine Ausweitung der Betriebszeiten sowie eine Anpassung der Taktzeiten. Seither fahren die Züge von 5.30 Uhr morgens bis nach Mitternacht.

Ab Juni sei eine Taktverdichtung zum 30-Minuten-Takt sowie die Verlängerung der Hermann-Hesse-Bahn bis nach Renningen geplant. Dort können dann die Fahrgäste zur S60 bequem Richtung Böblingen, aber auch mit verlängerter Umsteigezeit zur S6 Richtung Stuttgart umsteigen.

Frank von Meißner vom Zweckverband freut sich: „Mit nur einem einzigen Umstieg in Renningen können ab 14. Juni unsere Fahrgäste aus Richtung Calw zu den Arbeitsplätzen rund um Sindelfingen fahren – bequemer geht es nicht. Und das alles zum günstigen VVS-Tarif, der ja seit Januar in der Hermann-Hesse-Bahn gilt.“

Ab Ende Juli 2026 werde dann der Busverkehr komplett umgestaltet, da dann die Bahn dessen Funktion vollständig übernehmen kann. Dann entfällt der Parallelbusbusverkehr und stattdessen werden Buszubringer zu den Bahnstationen der Hermann-Hesse-Bahn als Rückgrat des ÖPNV in der Region eingerichtet.