Hilfe, bitte keine Helden-Hunde: Kolumne "Mami-Mania" über Idole der Kindheit – und wie man um sie herumkommt
War früher alles besser? Ältere Semester sagen das ja gerne. Und woran merkt man, dass man langsam dazugehört? Wenn man mit der Jugend nicht mehr mitkommt. Natürlich sind viele Dinge heute besser. Aber es ist auch okay, manchem hinterher zu trauern. Kennen Sie noch „Diddl“, die Kultmaus? Die war irgendwie süß und Kinder der 90er-Jahre wollten alles mit dem drolligen Nager besitzen. Ganze Ordner mit „Diddl“-Papier wurden da angelegt – manch eine hat den bis heute ganz hinten im Regal und kann sich nicht davon trennen ... Und zum Tauschen erst waren die Sachen wunderbar geeignet: Biete einen Bogen duftendes „Diddl“-Briefpapier inklusive Umschlag gegen zehn schnödere Standard-Blätter, die natürlich weniger wert waren. Hach, schöne Zeiten waren das. Und heute?
Eine Kolumne von PZ-Redakteurin Julia Falk
Müssen die Kinder mit Figuren wie „Rubble“ oder „Marshall“ aus „Paw Patrol – Helfer auf vier Pfoten“ aufwachsen. Laut, grellbunt, hektisch, animiert – mancher Pädagoge rauft sich da die Haare. Und während ich noch versuche, meine zweijährige Tochter – und auch mich selbst – von den heldenhaften Hündchen fernzuhalten, lauern die bereits überall: auf Kinderkleidung in jedem Geschäft, am Kuscheltiertag in der Kita, auf Produkten in Limited Editions im Supermarkt. Und als Mama oder Papa stellt man sich die Frage: Wie komme ich um diese Sache(n) herum, ohne aber mein Kind auszugrenzen von etwas, das alle Kindergarten-Freunde feiern?
Als Eltern lernt man, einen solchen Spagat hinzubekommen, auch, ohne Profi-Turner zu sein. Und vielleicht kommt als Kompromiss dann doch irgendwann der 25 Jahre alte „Diddl“-Ordner aus den Tiefen des Regals einmal wieder zum Einsatz. Retro ist ja auch wieder im Trend.
