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Höfen -  22.04.2026
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Höfen legt erstmals komplette Vermögensbilanz vor

Höfen. Ein bedeutender Schritt in der Finanzverwaltung stand nun auf der Tagesordnung des Höfener Gemeinderats: Das Gremium hat die sogenannte Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2020 einstimmig festgestellt. Damit liegt erstmals eine vollständige Übersicht über Vermögen, Schulden und Eigenkapital der Gemeinde nach den Regeln des neuen kommunalen Haushaltsrechts vor. Das Bilanzvolumen beträgt beinahe 21,5 Millionen Euro.

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Den größten Teil des Vermögens machen Sachwerte aus. Dazu zählen Grundstücke, Gebäude, Straßen, technische Anlagen oder Fahrzeuge. Allein das Infrastrukturvermögen wurde mit rund 6,1 Millionen Euro bewertet. Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Vor der Präsentation durch Kämmerin Lena Rehklau dankte Bürgermeister Heiko Stieringer ihr ausdrücklich für ihre Arbeit. Andere Kommunen würden für diese Mammutaufgabe teure externe Dienstleister beauftragen. In Höfen habe sich Rehklau persönlich um die Erstellung gekümmert. „Vielen Dank, das ist nicht selbstverständlich“, betonte Stieringer.

Die Kämmerin machte anschließend deutlich, dass Höfen mit der Vorlage zwar „sechs Jahre zu spät“ sei, der Schwerpunkt in den vergangenen Jahren aber auf Fördermitteln und Zuschüssen gelegen habe. Die Erstellung der Bilanz sei äußerst aufwendig gewesen. Zugleich betonte sie, dass es sich um eine reine Momentaufnahme zum Stichtag 1. Januar 2020 handle. Die Eröffnungsbilanz bilde nun die Grundlage für alle kommenden Jahresabschlüsse. „Wir kommen jetzt langsam ins Fahrwasser“, sagte sie zufrieden.

Hintergrund ist die landesweit vorgeschriebene Umstellung vom früheren kameralen Haushaltsrecht auf das Neue Kommunale Haushalts- und Rechnungswesen (NKHR). Dieses arbeitet ähnlich wie eine kaufmännische Buchführung mit Ergebnisrechnung, Finanzrechnung und Bilanz. Die nun beschlossene Eröffnungsbilanz zeigt, dass die Gemeinde zum Stichtag über ein Eigenkapital von rund 16,18 Millionen Euro verfügte. Das entspricht einer Eigenkapitalquote von gut 75 Prozent. Die Verschuldung lag bei 2,3 Millionen Euro.

Den größten Teil des Vermögens machen Sachwerte aus. Dazu zählen Grundstücke, Gebäude, Straßen, technische Anlagen oder Fahrzeuge. Allein das Infrastrukturvermögen wurde mit rund 6,1 Millionen Euro bewertet. Unbebaute Grundstücke schlagen mit rund 5,9 Millionen Euro zu Buche. Besonders stark ins Gewicht fällt der Gemeindewald mit fast 5,5 Millionen Euro. Nach Angaben Rehklaus sei das „eine super Sache“, zumal dieser Wert nicht abgeschrieben werden müsse. Auch laufende Projekte fanden Eingang in die Bilanz. Als Anlagen im Bau wurden mehr als 2,46 Millionen Euro erfasst. Den größten Anteil daran hatte damals die Enzauenhalle mit rund 1,86 Millionen Euro. Nun muss noch das Landratsamt die Eröffnungsbilanz prüfen. Danach kann Höfen die ausstehenden Jahresabschlüsse nach neuem Recht aufarbeiten.