Hundesteuer: Pforzheim liegt bei Pro-Kopf-Einnahmen auf Platz zwei
Pforzheim. Der beste Freund des Menschen: mancherorts ist sein Unterhalt teurer als anderswo. Das liegt auch an der Hundesteuer, deren Höhe im Ermessen jeder einzelnen Kommune liegt. Wie aus einer Auswertung des Statistischen Landesamts der Zahlen des vergangenen Jahres hervorgeht, belegt Pforzheim im Pro-Kopf-Vergleich mit den anderen Stadtkreisen Baden-Württembergs hier einen Spitzenplatz.
Das Hundesteuer-Aufkommen pro Person betrug 2021 demnach in Stuttgart 2,95 Euro, in Karlsruhe 3,57 Euro, in Mannheim 4,20, in Pforzheim ganze 4,53 Euro – und war mit 5,09 Euro nur in Baden-Baden höher. Wodurch erklärt sich diese vergleichsweise hohe Zahl?
„Das Hundesteueraufkommen pro Einwohner wird maßgeblich davon beeinflusst, wie viele Hunde in der entsprechenden Stadt angemeldet sind“, erklärt Susanne Herrmann von der Stadtverwaltung auf Anfrage von PZ-news.
Auf 125.529 zweibeinige Stadtbewohner kamen demnach im Oktober vergangenen Jahres 4359 vierbeinige Begleiter.
Für den ersten Hund müssen Halter in Pforzheim 120 Euro im Jahr zahlen, für jeden weiteren Hund werden 240 Euro pro Jahr fällig. Bei sogenannten Listenhunden, dazu zählen unter anderem Kampfhunde, muss der Halter mit 600 Euro Hundesteuer pro Jahr rechnen. Auch in den anderen Stadtkreisen bewege sich laut Herrmann die Höhe der Hundesteuer pro Hund in diesem Rahmen: in Stuttgart liege die Hundesteuer bei 108 Euro für den ersten Hund, 216 Euro ab dem zweiten Hund oder 612 Euro für Listenhunde. Die Hundesteuer in Karlsruhe betrage 120 Euro – egal ob Erst-, Zweit- oder Listenhund. Die in Pforzheim erhobene Hundesteuer liege somit nicht deutlich über der in anderen Stadtkreisen – allein der Pro-Kopf-Wert unterscheide sich.
Was passiert mit dem Geld?
Die Städte und Gemeinden im Südwesten haben durch die Hundesteuer im Jahr 2021 etwa 51,7 Millionen Euro eingenommen. Das waren 3,7 Millionen Euro mehr als noch 2020 – also ein Plus von 7,6 Prozent. Auch in Pforzheim ist ein Anstieg zu verzeichnen: Hat die Stadt 2019 noch 519.000 Euro eingenommen, stieg der Betrag 2020 auf 535.000 Euro. 2021 waren die Hundesteuereinnahmen mit 570.000 Euro noch einmal deutlich höher. Grund dafür dürfte die Corona-Pandemie sein, in der sich viele Menschen einen Hund angeschafft haben.
„Die Einnahmen aus der Hundesteuer fließen in den Haushalt ein und tragen zur Finanzierung des Haushalts bei“, erklärt Herrmann.
Ob aus den Einnahmen mehr Stationen für Hundekotbeutel und Mülleimer finanziert werden könnten, könne sie nicht sagen. „Die Bedarfsermittlung, Planung und Aufstellung von Hundetoiletten erfolgt davon unabhängig durch das Fachamt.“
