Gemeinden der Region
Nordschwarzwald -  03.09.2021
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IHK-Präsidentin: Situation auf dem Lehrstellenmarkt im Nordschwarzwald stabil

Pforzheim. Wie bilden Betriebe aus, wenn man Arbeitsabläufe nicht vorführen, Handgriffe nicht zeigen und die Fragen der Auszubildenden nicht persönlich beantworten kann? Wie erreicht und unterstützt man Lehrlinge, wenn der Betrieb geschlossen ist? „Das Corona-Virus hat die duale Berufsausbildung auch in der Region Nordschwarzwald herausgefordert, aber unsere Betriebe meistern auch diese Herausforderung“, so Claudia Gläser, Präsidentin der IHK Nordschwarzwald.

Claudia Gläser. Foto: Fotostudio Karin
Claudia Gläser. Foto: Fotostudio Karin

„Denn die Ausbildung und Fachkräftesicherung hat für die Unternehmen Priorität.“ Dies zeigt sich auch in Zahlen: im zweiten Corona-Jahr zählt die IHK zum Stichtag 26. August insgesamt 5311 Verträge (Vorjahr: 6061), wobei 1343 Verträge neu eingetragen worden sind (1649). „Da weiterhin noch Verträge für das laufende Ausbildungsjahr eingehen und noch einige Ausbildungsverträge zur Registrierung vorliegen, gehen wir bis zum Jahresende von einer nahezu gleichbleibenden Zahl an Ausbildungsverhältnissen aus wie in 2020“, berichtet Tanja Traub, Mitglied der Geschäftsführung der IHK Nordschwarzwald und verantwortlich für den Bereich Berufsbildung.

„In Pforzheim und der Region Nordschwarzwald hatten wir vor der Pandemie in der Industrie und im Handel seit Jahren stabile Ausbildungszahlen auf hohem Niveau. 2020 lag die Zahl der Neuverträge bei minus 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Stand heute hat sich der Ausbildungsmarkt wieder stabilisiert.“

Die beliebtesten Berufe seien die kaufmännischen Ausbildungsberufe, wie Industriekaufmann/-frau und Kaufmann/-frau für Büromanagement, gefolgt von den Medien- und Kommunikationsberufen. Aber auch technische Berufe haben bei den Jugendlichen einen hohen Stellenwert. Der Werkzeug- und Maschinenbau sowie die Mechatronik sind sehr beliebt und in der Region besonders gefragt. Das verarbeitende Gewerbe ( Oberflächen-, Verfahren- und Stanz- und Umformtechnik), die Transport-, Tourismus- und Gastronomiebranche benötigen dringend Fachkräfte. Rund ein Fünftel der Betriebe gehen weiterhin davon aus, dass sie nicht alle Ausbildungsplätze besetzen können. Demnach gibt es zunehmend weniger qualifizierte Bewerber, dafür habe der Wunsch nach einem Hochschulabschluss bei den Jugendlichen deutlich zugenommen. „Unser Rat ist, erstmal eine Ausbildung. Das ist eine hervorragende Basis für alles Weitere, sei es Weiterbildung oder möglicherweise eben auch ein zielorientiertes Studium“, empfiehlt Präsidentin Claudia Gläser.

Für alle, die noch kurzfristig einen Ausbildungsplatz suchen, sind aktuell noch 150 interessante Angebote für das Ausbildungsjahr 2021 in der IHK-Lehrstellenbörse zu finden.

Autor: pm