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Kreis Calw -  22.06.2020
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Immer mehr Menschen müssen im Kreis Calw in Heimen versorgt werden.

Kreis Calw. Die Zahl der Pflegebedürftigen im Kreis Calw rast im Eiltempo in die Höhe. Mussten im Jahr 2014 noch 3.617 Menschen in Heimen um- und versorgt werden, so waren es im Vorjahr 4 750. Das ist eine Zunahme innerhalb von fünf Jahren um 33,1 Prozent. Für 650 dieser Personen muss der Landkreis Geld zuschießen, weil das Einkommen der Betroffenen, also meistens die Rente, nicht ausreicht. „Die Hauptlast der Kosten trifft die Stadt- und Landkreise“, beklagte der Calwer Sozialdezernent Norbert Weiser in der gestrigen Sitzung des Bildungs- und Sozialausschusses des Calwer Kreistags.

Der Kreis Calw muss für 650 Menschen Geld zuschießen, weil deren Einkommen für die Pflegekosten nicht ausreicht. Durchschnittlich rund 2 200 Euro beträgt der Eigenanteil. Foto: DPA-Archiv
Der Kreis Calw muss für 650 Menschen Geld zuschießen, weil deren Einkommen für die Pflegekosten nicht ausreicht. Durchschnittlich rund 2 200 Euro beträgt der Eigenanteil. Foto: DPA-Archiv

Die Kostensätze der Unterbringung steigen aufgrund gesetzlich beschlossener verbesserter Pflegeschlüssel und höherer Vergütungen für die Arbeitskräfte stetig an, fügte er hinzu. Im bundesdeutschen Durchschnitt ist der monatliche Eigenanteil der Heimbewohner vom Vorjahr bis zum 1. Januar dieses Jahres von 1 785 auf 1 940 Euro nach oben geschnellt. Zu Beginn dieses Jahres sind die Kosten im Ländle auf 2 278 Euro angestiegen. Der Kreis Calw liegt mit 2 164 Euro aktuell darunter.

„Bei uns sind 2019 zwei neue Einrichtungen im oberen Preissegment hinzugekommen“, ist laut Weiser ein zusätzlicher Grund für die höheren Pflegekosten. Am wenigsten in allen 30 Häusern im Kreis kostet die Betreuung in einem der vier Schömberger Heime mit einem monatlichen Eigenanteil von 808 Euro. Für einen Platz in Neubulach muss man dagegen 3069 Euro aufbringen. Unter anderem gibt es zwei Pflegeeinrichtungen in Bad Wildbad und jeweils ein Heim in Höfen und Dobel, wobei das Johanneshaus in Bad Wildbad mit 117 Plätzen am größten und das Höfener Haus Burkhardt mit 29 Plätzen am zweitkleinsten ist. Weniger Menschen kommen nur noch mit 23 Personen bei der Gemeinschaft Evangelische Taufgesinnte (Altmennoniten) in Nagold unter. Mehr über das Thema lesen Sie am Dienstag, 22. Juni, in der „Pforzheimer Zeitung Nordschwarzwald“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

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Autor: kn