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Knittlingen -  29.08.2024
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In Knittlingen: Firma Neumo baut an der Zukunft

Knittlingen. Rund 2300 Mitarbeiter weltweit beschäftigt die NEUMO-Ehrenberg-Gruppe – 210 davon arbeiten in Knittlingen bei der Neumo GmbH + Co. KG – weltweit einer der führenden Produzenten von Edelstahlkomponenten für den Einsatz in der Pharmaindustrie und Steriltechnik. Das von Familie Ehrenberg geführte Unternehmen produziert seit über 75 Jahren in Knittlingen auf einem 4,4 Hektar großen Gelände, um das sich im Laufe der Jahrzehnte eine Wohnsiedlung entwickelt hat.

Wolf Ehrenberg (CEO der Neumo in Knittlingen, von links), Staatssekretärin Andrea Lindlohr (Grüne), Enzkreis-Landtagsabgeordnete Stefanie Seemann (Grüne) und Knittlingens Bürgermeister Alexander Kozel informieren sich über den Bebauungsplan des neuen Wohnquartiers.
Wolf Ehrenberg (CEO der Neumo in Knittlingen, von links), Staatssekretärin Andrea Lindlohr (Grüne), Enzkreis-Landtagsabgeordnete Stefanie Seemann (Grüne) und Knittlingens Bürgermeister Alexander Kozel informieren sich über den Bebauungsplan des neuen Wohnquartiers. Foto: Steffen Reinhold

Mit der Entscheidung der Eigentümerfamilie, aus Knittlingen in ein neues Gewerbegebiet unter dem Namen „Neumo-Ehrenberg-Campus NEC“ zu übersiedeln, wird in Knittlingen diskutiert, was mit dem alten Neumo-Gelände nun passieren wird. Am diesem Donnerstag hatte sich hoher Besuch aus Stuttgart angemeldet: Andrea Lindlohr, Staatssekretärin beim Ministerium für Landesentwicklung und Bauen, sowie die Landtagsabgeordnete Stefanie Seemann (Grüne) machten sich ein Bild von der Lage in der Fauststadt.

Bezahlbares Wohnen

Neumo-Geschäftsführer Wolf Ehrenberg und Harry Jost, Prokurist und Bauprojektleitung, erläuterten den beiden Politikerinnen in Gegenwart von Knittlingens Bürgermeister Alexander Kozel den Bebauungsplan. Hier soll in den kommenden Jahren und in verdichteter Bauweise vergünstigter Baugrund für Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser zur Verfügung gestellt werden. Voraussetzung für den Kauf eines der begehrten Grundstücke sei es aber, dass es sich um eine Familie oder einen Mitarbeiter des Unternehmens handele. „Bezahlbares Wohnen ist ein Grundbedürfnis der Bürger“, so Staatssekretärin Lindlohr. Man müsse darauf achten, „dass die soziale Infrastruktur und Wettbewerbsfähigkeit erhalten bleibe“.

Das Bauvorhaben ist schon vor geraumer Zeit vom Knittlinger Gemeinderat abgesegnet worden. Und eigentlich hätte es mit dem Bau schon längst losgehen können, wenn nicht auf einer Freifläche mit einem merowingischen Grabfeld eine bedeutende historische Entdeckung aufgetaucht sei (die PZ berichtete mehrfach). Es dauerte gut eineinhalb Jahre, um Schätze wie Rüstungen, Schmuck, Waffen und Gebeine archäologisch zu erforschen und zu bergen. Die Kosten in Höhe von 650 000 Euro mussten vom Grundstücksbesitzer, also der Firma Neumo, aufgebracht werden. Die Artefakte liegen nun beim Landesdenkmalamt.

Wolf Ehrenberger sagte, dass er selbst zwar nicht baue, aber es im Sinne seiner Familie und des Unternehmens sei, Familien zu fördern. Laut Harry Jost soll es mit der Erschließung des ersten Bauabschnitts noch in diesem Jahr losgehen. Der Abriss der alten Gewerbehallen und Verwaltungsgebäude mit Umzug in die neue Bleibe soll in zwei bis drei Jahren abgeschlossen sein. Das neue Quartier wird am Ende Platz für rund 500 Bewohner haben und über eine eigene Kita verfügen.