Institution bietet Wohnraum: Käufer gesucht fürs alte Lomersheimer Rathaus
Mühlacker-Lomersheim. „Ich war dafür, dass die Stadt das Gebäude der ehemaligen Enztalbank kauft und das alte Rathaus verkauft“, sagt der Lomersheimer Freie-Wähler-Stadtrat Ulrich Hagenbuch und OB-Kandidat diese Woche im PZ-Gespräch. Und am Nachbarhaus des alten Rathausgebäudes in der Mühlacker Straße 8, unterstreicht Hagenbuch, könnte man erkennen, wie eine gelungene Sanierung aussehe.
Der Hintergrund: Im alten Rathaus, in dem nur ein Zimmer genutzt wurde, stünden teure Sanierungen an. „Das ist ein Liebhaberobjekt“, weiß Hagenbuch. Denn auf den rund 100 Quadratmetern Fläche auf drei Etagen müsste der Erwerber auch Küche und Bad einbauen. Ideal sei aber, so Hagenbuch, die Lage an der Straße mit Bushaltestelle nebenan und der schöne Blick über die gegenüberliegende idyllische Enz und den Wasserkanal.
In die ehemalige Enztalbank, die schon seit sechs Jahren leer steht, soll die neue Außenstelle des Mühlacker Rathauses einziehen. Die Kinderbücherei ziehe dort ebenfalls ein und sei damit näher an der Schule. „Diese Lösung trägt auch zur Belebung unserer Lomersheimer Ortsmitte und des Kirchplatzes bei“, sagt Hagenbuch.
Der 58-jährige verheiratete Familienvater hofft, dass im alten Rathaus dann Wohnraum entstehe. Denn der würde benötigt. „Die Rathausaußenstellen müssen erhalten bleiben“, macht er sich dafür stark, dass der Bürgerservice auch in Zukunft wohnortnah erfolgen müsse. Auch wenn manche Außenstelle mehr geschlossen als geöffnet sei. „In unseren Stadtteilrathäusern werden alle Dienste angeboten“, weiß Hagenbuch. Die Rathäuser vor Ort gelten für die Bürger und Bürgerinnen auch als Anlaufstelle mit direkten Ansprechpartnern. Denn viele Menschen seien auch einsam und da wäre es wünschenswert, so Hagenbuch, wenn die Verwaltung die persönliche Beratung am Leben erhalte. Man könnte auch überlegen, in die Außenstelle eine Rentenberatungsaußenstelle zu integrieren. „Das ist gefragt“, weiß Hagenbuch. Seit 21 Jahren ist er in Mühlacker Stadtrat der Freien Wähler und übt damit auch die Aufsicht über die Verwaltung aus. „Da macht mir niemand was vor“, sieht er seine langjährige Gemeinderatserfahrung auch als Pluspunkt für seine OB-Kandidatur. „Gemeinde- und Kreisräte sind alle Laien“, sagt Hagenbuch. In einer Demokratie müsse auch ein Bundeskanzler keine Verwaltungsausbildung haben, schiebt er nach.
Ziele anstoßen
Als Oberbürgermeister formuliere und stoße man Ziele an, für die der Gemeinderat dann die Wege suche. „Dazu braucht man nicht immer nur viel Geld, sondern auch Herzblut und neue Ansätze“, sagt Hagenbuch. Ein Ansatz sei die Rathausaußenstelle in der Lomersheimer Enztalbank, über die man dann auch den Ort selbst beleben könne.
