Ispringen: Mehr Platz für Geflüchtete in neuer Container-Unterkunft
Die neue Container-Unterkunft für 44 Personen am Winterrain im Ispringen ist fast bezugsfertig. Ab Dezember kann der Enzkreis damit Ispringen zunächst weitere 21 Menschen zuweisen, um einer Art Strafgebühr des Enzrkeises zu entgehen.
Der „Fehlbelegerabgabe“ entgeht Ispringen gerade noch einmal. Es handelt sich um eine Art Strafgebühr des Landratsamts für nicht untergebrachte, aber zugewiesene Geflüchtete. Das erzählt Hauptamtsleiter Thomas Ruppender am Montag, als die Ispringer Rathausspitze zusammen mit der PZ die neue Ispringer Containeranlage besichtigt. Das Landratsamt steht schon in Habachtstellung, um neue Geflüchtete nach Ispringen zu schicken. Es handelt sich um Menschen, die nach einem zweijährigen Aufenthalt in der sogenannten vorläufigen Unterbringung an die Kommunen in die von diesen verantwortete „Anschlussunterbringung“ weitergeschickt werden.
Das bedeutet einen Umzug mit dem in der Regel spärlichen Hab und Gut, das die Menschen während ihrer ersten beiden Jahre in Deutschland erworben haben. Vier Wochen später als geplant ist sie fertig geworden, die auf zwei Etagen aufgebaute Unterkunft am Winterrain. Sie war kurzfristig nach einer ersten Baugenehmigung für eine einstöckige Anlage 2023 von der Gemeinde noch aufgestockt worden, als sich weiter steigende Zahlen hier ankommender Menschen ankündigten. Diesbezüglich sei die Kommune „in gutem Austausch“ mit dem Landratsamt, sagt Rathauschef Thomas Zeilmeier.
„Gerade, als wir mit der Planung fertig waren, wurde klar, dass der Platz nicht reicht“, so der Ispringer Bürgermeister Thomas Zeilmeier.
Anfang 2024 war dies, als das starke kreisweite Ansteigen der Flüchtlingszahlen bekannt wurde. Der Gemeinderat beschloss einstimmig die doppelstöckige Ausführung. Anfang Dezember sollen nun die ersten Geflüchteten einziehen. Derzeit sind der Gemeinde schon 170 Personen zugewiesen.
Bis Februar 2025 muss Ispringen 21 weitere Geflüchtete aufnehmen, so Hauptamtsleiter Thomas Ruppender. Dies seien voraussichtlich alleinstehende Männer. Damit wäre ein Stockwerk belegt. „Dann haben wir unsere Quote erfüllt“, so Ruppender. Unweit entfernt im früheren Kleintierzüchterheim gibt es schon eine bestehende Unterkunft in Ispringen. Probleme habe es seit der Eröffnung nicht gegeben.
Ispringer Unterkunft und ihre Finanzierung
22 Doppelzimmer für 44 Menschen: Diese Kapazitäten für die Unterbringung Geflüchteter sollen laut Gemeinde Ispringen „mindestens bis zum zweiten Quartal 2026“ reichen. Die Grundfläche der 36 Container beträgt je drei auf sechs Meter. 503 000 Euro kostet die Anmietung für 24 Monate, ab dem 25. Monat würden monatlich 14 000 Euro fällig. Auf Ende 2023 von der Bundesregierung angekündigte Finanzhilfen von 7500 Euro pro Flüchtling wartet Ispringen noch.
Bürgermeister Thomas Zeilmeier: „Die Hälfte hätte schon im ersten Halbjahr eintreffen sollen.“ oda
