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Mühlacker -  16.11.2019
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Jetzt hängt es an der Stadt Mühlacker: Wird der Sender-Kauf abgelehnt?

Mühlacker. Nachdem sich der Streit um die Zukunft des Senders in Mühlacker in den vergangenen Tagen noch einmal zugespitzt hat, ist der Verwaltungsspitze nun womöglich der Geduldsfaden gerissen. Bei der nächsten Sitzung des Gemeinderats am 26. November könnte den Stadträten nach Informationen der PZ empfohlen werden, den im Raum stehenden Kauf des Senders abzulehnen. In Mühlacker ist man demnach nicht gewillt, das neuerliche Ultimatum des SWR zu akzeptieren – und auch die aus Sicht der Stadt nach wie vor unkalkulierbaren Risiken, die mit dem Kauf des 273 Meter hohen Bauwerks einhergehen könnten, sollen offenbar eine Rolle gespielt haben.

Wie lange steht der Sender noch in Mühlacker? Es könnte bald auf einen Abriss hinauslaufen. Foto: Lutz
Wie lange steht der Sender noch in Mühlacker? Es könnte bald auf einen Abriss hinauslaufen. Foto: Lutz

Eine offizielle Auskunft der Rathausspitze gibt es am Freitag trotz mehrfacher Versuche nicht. Nach Informationen der PZ hat Oberbürgermeister Frank Schneider allerdings um ein Stimmungsbild der Gemeinderatsfraktionen gebeten. Die Marschrichtung im Rathaus scheint demnach derzeit zu sein, den Kauf des Senders – zumindest vorerst – abzulehnen. Dass die Stadt jetzt Nägel mit Köpfen machen will, hängt offenbar auch mit der Ankündigung des SWR zusammen, man werde bei einem nochmaligen Verstreichenlassen der Frist etwaige Planungskosten für den Abriss auf den Kaufpreis anrechnen.

Zur Verdeutlichung: Hätte sich die Stadt nach den Haushaltsberatungen – voraussichtlich im Februar – doch noch dazu entschlossen, den Sender zu kaufen, wäre der Preis womöglich deutlich höher ausgefallen als die bislang aufgerufenen 550.000 Euro. Ohnehin spielt das liebe Geld eine gewisse Rolle: Nach PZ-Informationen war bis zuletzt unklar, ob – und wenn ja, wie viele – Zuschussmittel seitens der Denkmalstiftung fließen würden.

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Sollte eine Mehrheit des Gemeinderats den Kauf des Senders ablehnen, hängt die Zukunft des städtischen Wahrzeichens zunächst am Regierungspräsidium (RP) in Karlsruhe. Wie berichtet wird dort darüber entschieden, ob der Südwestrundfunk den Sender abreißen darf. Sollte das RP dem SWR dies verweigern, steht der Rundfunkanstalt der Klageweg offen. SWR-Sprecher Wolfgang Utz hatte jedoch erst am Freitag in der PZ betont, man gehe davon aus, dass das RP der Argumentation des SWR folgen werde – und der Sender somit abgerissen werden darf.

Autor: max