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Ötisheim -  24.02.2026
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Junger Bewerber mit frischen Ideen: Gemeinderat Julius Terhorst will Bürgermeister in seiner Heimatgemeinde Ötisheim werden

Ötisheim. Noch steht der Termin für die Bürgermeisterwahl in Ötisheim Ende Juni oder Anfang Juli nicht fest. Und auch der Startschuss für die Bewerberfrist lässt auf sich warten. Mit Julius Terhorst hat sich allerdings schon der erste Bewerber für die Nachfolge des langjährigen Rathauschefs Werner Henle in Position gebracht. Henle lenkte 32 Jahre lang die Geschicke der Gemeinde und geht zum 31. August in den Ruhestand.

Als neuer Bürgermeister möchte Julius Terhorst ins Ötisheimer Rathaus einziehen. Am Dienstag hat sich der 28-Jährige als Bewerber Nummer eins der Öffentlichkeit präsentiert. Anfang März will der Gemeinderat (Junge Liste Aize) voll in den Wahlkampf um die Nachfolge von Werner Henle einsteigen.
Als neuer Bürgermeister möchte Julius Terhorst ins Ötisheimer Rathaus einziehen. Am Dienstag hat sich der 28-Jährige als Bewerber Nummer eins der Öffentlichkeit präsentiert. Anfang März will der Gemeinderat (Junge Liste Aize) voll in den Wahlkampf um die Nachfolge von Werner Henle einsteigen. Foto: Hepfer

Dass der 28-jährige Diplom-Verwaltungswirt (FH) und Polizeioberkommissar bei der Bundespolizei in Karlsruhe, bis in die Haarspitzen motiviert ist und in seiner Heimatgemeinde etwas bewegen möchte, wird bei einem Pressetermin am Dienstag in der Probierstube des Weingutes Jaggy deutlich. „Ich stamme aus einer Juristenfamilie und bin mit der Devise aufgewachsen, dass es immer gut ist, etwas für die Gemeinschaft zu tun“, sagt Terhorst.

Abitur in Bruchsal

Nach der Grundschule in Ötisheim hat der Wahlbewerber das Salzach-Gymnasium in Maulbronn besucht. Während dieser Zeit kam es auch zu einem einjährigen Aufenthalt bei einer Gastfamilie in Irland. „Diese Reise hat mir viel in Sachen Selbstständigkeit gebracht und ich habe intensiv Englisch lernen können“, sagt Terhorst, der anschließend sein Abitur auf dem Wirtschaftsgymnasium der Handelslehranstalt in Bruchsal gemacht hat. Optionen, um ein Studium zu beginnen, hatten sich beim Bundeskriminalamt, bei der Bundeswehr, im Berufszweig Gerichtsvollzieher und bei der Bundespolizei ergeben. „Ich habe mich für die Bundespolizei entschieden, weil ich hier viel mit Menschen zu tun habe. Ähnlich wie ein Bürgermeister, der möglichst nah an den Bürgerinnen und Bürgern sein sollte“, sagt der 28-Jährige. Nach einem dreijährigen Studium an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in Brühl bei Köln, war Terhorst zuerst beim Bundesverfassungsgericht eingesetzt und wechselte im Sommer 2020 an den Karlsruher Hauptbahnhof, wo er seit 2023 als stellvertretender Gruppenleiter fungiert.

„Damit habe ich bewusst Verantwortung übernommen. Es macht mir Spaß, im Team zu arbeiten und für diese Menschen auch einzustehen“,

sagt der Bürgermeister-Kandidat.

Sein Schlüsselerlebnis, selber politisch aktiv zu werden, sei für ihn die Bundestagswahl 2021 gewesen. „Ich wollte nicht länger nur an der Seitenlinie stehen – das ist nicht mein Anspruch“, sagt Terhorst, der zudem Fußball beim TSV Ötisheim spielt. Seine politische Heimat habe er in der CDU und später auch in der Jungen Union gefunden. Zuerst als Mitgliedsbeauftragter und seit 2025 ist Terhorst nun stellvertretender Vorsitzender der Jungen Union Enzkreis/Pforzheim.

Die Bürger mitnehmen

In Sachen Bürgermeisterwahlkampf hat der 28-Jährige, der seit 2024 für die Junge Liste Aize im Gemeinderat sitzt, auf seiner Internetseite bereits eine Umfrage gestartet, um herauszufinden, was die „Aizemer“ bewegt. „Die Quintessenz ist, dass die Menschen gehört und mitgenommen werden wollen“, sagt Terhorst.

Daraus hat er für seinen Wahlkampf drei Schwerpunkte festgelegt. Zum einen geht es darum, die wirtschaftliche Stärke und finanzielle Kraft der Gemeinde beizubehalten. Geplant ist dazu eine Veranstaltungsreihe mit Firmenbesuchen unter dem Motto „Unsere Betriebe – unsere Stärken“. Dabei wolle er in den Blick nehmen, wie die Wertschöpfung in der Kommune aussehe. Zum anderen ist es Terhorst wichtig, für alle Generationen im Ort Angebote zu machen – seien es nun Kita- oder Schulplätze, Sportmöglichkeiten, neue Wohngebiete oder barrierefreies Seniorenwohnen.

„Ich will, dass junge Familien nach Ötisheim kommen und Senioren hier ihren Lebensabend verbringen können“,

sagt der Kandidat.

Als dritten Schwerpunkt nennt Terhorst das Stärken der Dorfgemeinschaft und mehr Unterstützung für ein aktives und attraktives Vereinsleben. Angedacht ist diesbezüglich die Gründung eines Bürgervereins, um etwa Dorf- oder Straßenfeste zu organisieren, aber auch das Einrichten einer „Gemeinde-App“ als Austausch auf einem digitalen Marktplatz. „Ich möchte Menschen zusammenbringen, die ehrenamtlich etwas für Ötisheim tun wollen“, sagt er. Auf die Frage, ob sein Alter eher Hindernis oder Vorteil im Wahlkampf sei, antwortet er: „In meinen zehn Jahren bei der Bundespolizei habe ich Menschenkenntnis und Lebenserfahrung gesammelt.“ Er sei bereit, sich der Herausforderung als Bürgermeister zu stellen und Verantwortung zu übernehmen. Respekt habe er vor der Aufgabe und auch vor der Leistung Werner Henles, der die Gemeinde „in gutem Zustand“ an seinen Nachfolger übergebe. Terhorst wünscht sich ein breites Bewerberfeld, damit der Wähler die Wahl habe und ein klares Mandat für den Wahlsieger herausspringe.

Seine ersten Wahlkampfauftritte bestreitet Julius Terhorst am 4. März und 18. März (10 Uhr bis 12 Uhr) und am 20. März (16 Uhr bis 18 Uhr) in der Bäckerei Burkert. Weitere Informationen gibt es unter juliusterhorst.de.