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Pforzheim -  31.07.2023
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Kaufpreise für Eigentumswohnungen und Häuser in Pforzheim im Sinkflug

Pforzheim. Während die Mieten hoch bleiben und teils weiter steigen, hat der Rückgang der Immobilienpreise auch Pforzheim erreicht; das liegt nun schwarz auf weiß vor.

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Nachdem die Preise für Wohneigentum auch in Pforzheim jahrelang nur eine Richtung kannten und stiegen, sinken sie nun – wie die Zahl der Verkäufe. Foto: Deck/picture alliance/dpa

Der Gutachterausschuss in Pforzheim informiert in seinem Immobilienmarktbericht über die Entwicklungen in den Jahren 2021 und 2022. Bis Anfang 2022 setzte sich die steigende Preisentwicklung der Vorjahre fort. Die sich ändernden Rahmenbedingungen wie steigende Finanzierungskosten, steigende Bau- und Energiekosten, Unsicherheit über die künftige Entwicklung der Konjunktur führten im Laufe des Jahres 2022 zu einer Trendwende am Immobilienmarkt.

26 Prozent weniger verkauft

Die Hälfte aller Transaktionen entfällt auf Eigentumswohnungen: 2021 wurden insgesamt 787 Eigentumswohnungen (minus ein Prozent zum Vorjahr 2020) verkauft, 2022 ging die Zahl der Kauffälle um 26 Prozent auf 586 Wohnungen zurück. Die Preise von Eigentumswohnungen stiegen bei reger Nachfrage auch 2021 und 2022 an: Bei einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 2649 Euro je Quadratmeter im Jahr 2021 kostete eine 70 Quadratmeter große Bestandswohnung rund 185 000 Euro. Im Jahr 2022 betrug der durchschnittliche Kaufpreis 2954 Euro, also rund 207 000 Euro für eine 70 Quadratmeter große Bestandswohnung. Einzelne Spitzenpreise gebrauchter Eigentumswohnungen wurden mit mehr als 4500 Euro je Quadratmeter erzielt. Nachdem im dritten Quartal 2022 mit rund 3200 Euro je Quadratmeter der höchste Quartalswert erreicht war, gaben die Preise von Eigentumswohnungen im vierten Quartal 2022 um durchschnittlich 14 Prozent im Vergleich zum Vorquartal nach. Im ersten Quartal 2023 stagnierten die Preise.

Der durchschnittliche Preis von Neubauwohnungen war 2021 mit 4550 Euro je Quadratmeter um zwölf Prozent höher als im Vorjahr. Die Neubaupreise bewegten sich zwischen 3468 und 6097 Euro. Die Zahl der verkauften Neubauwohnungen ging um fast die Hälfte auf 66 Wohneinheiten 2021 zurück. Im Jahr 2022 wurden nur noch sieben Neubauwohnungen verkauft bei einem durchschnittlichen Preis von rund 4800 Euro je Quadratmeter (bei einer Preisspanne von 3831 bis 5186 Euro).

Trendwende seit Frühjahr 2022

Die Nachfrage nach Ein- und Zweifamilienhäusern im Bestand war bis Anfang 2022 ungebrochen und ging mit stetig steigenden Preisen einher. Auch die Preise von Mehrfamilienhäusern stiegen bis Anfang 2022 weiter an. Die Zahl der veräußerten Wohnimmobilien stieg 2021 an, bevor im Frühjahr 2022 die Trendwende folgte, die Nachfrage kontinuierlich zurückging und somit im Jahr 2022 ein deutlicher Rückgang der Vertragszahlen festzustellen war. Der Durchschnittspreis frei stehender Ein-und Zweifamilienhäuser kletterte von rund 600 000 Euro im Jahr 2021 auf rund 700 000 Euro 2022, wobei 2022 überdurchschnittlich viele große Häuser veräußert wurden. Der Durchschnittspreis für Doppelhaushälften oder Reihenhäuser betrug 2022 rund 450 000 Euro. Im vierten Quartal 2022 war bei Ein-und Zweifamilienhäusern ein Preisrückgang von 14 Prozent festzustellen. Im ersten Quartal 2023 setzte sich der Trend um minus neun Prozent zum Vorquartal fort.

Die Bauplatzpreise für Wohnbebauung stiegen noch bis Anfang 2022 an. Die Transaktionszahlen von Bauplätzen für Ein-/Zweifamilienhäuser bewegten sich 2021 aufgrund des geringen Angebots bereits auf einem niedrigen Niveau und gingen zum Jahresende 2022 deutlich zurück. 

www.pforzheim.de/immobilienmarktbericht

Autor: pm/kli