Kein Ausbau der Ganztagsbetreuung: In Kieselbronn bleibt es bei einer Gruppe im evangelischen Kindergarten
Kieselbronn. Einen Beschluss fasst der Gemeinderat Kieselbronn am Ende seiner Beratungen nicht – muss er auch nicht. Denn an der Kinderbetreuung soll sich nichts ändern. Im evangelischen Kindergarten, der am Mittwochabend auf der Tagesordnung stand, bleibt alles wie bisher. Auf zwei Standorte in der Ortsmitte und im Reible verteilt, ist er die größte Einrichtung der Gemeinde. Aktuell gibt es eine Ganztagesgruppe – und dabei soll es bleiben.
Eine Ausweitung ist nicht geplant. Einen entsprechenden Beschluss hat der Kirchengemeinderat bereits gefasst. Zuvor hatten Ende März Elternbeirat, Kindergartenleitung, Kirchengemeinderat sowie Vertreter von Gemeinderat und Rathaus bei einer Informationsveranstaltung über die Zukunft der Einrichtung beraten – auch über die Ganztagesbetreuung. Dass das Angebot trotz bestehender Nachfrage nicht ausgeweitet wird, liegt vor allem an der stabilen Personalsituation und der damit verbundenen Verlässlichkeit. Hauptamtsleiter Philipp Kreutel bezeichnet den Kindergarten als „sehr gut aufgestellt“. Es gebe einen Puffer, der es ermögliche, den vollen Betreuungsumfang auch bei Ausfällen aufrechtzuerhalten. Selbst in der Erkältungszeit komme es kaum zu Einschränkungen.
Bürgermeister Heiko Faber sieht darin einen Grund für die hohe Zufriedenheit bei Eltern und Mitarbeitern. „Nicht alle kommen gleich ins Rotieren“, wenn Unvorhergesehenes passiert. Für eine Ausweitung müsste der Personalpuffer reduziert werden – mit möglichen Einbußen bei der Verlässlichkeit. Das will die Gemeinde nicht. Die Nachfrage nach Ganztagesplätzen übersteigt derzeit das Angebot. Künftig soll ein Kriterienkatalog über die Vergabe entscheiden. Darüber will der Gemeinderat noch vor den Sommerferien beschließen. Dann geht es auch um die Elternbeiträge, die nach Empfehlung der kommunalen und kirchlichen Spitzenverbände im kommenden Kindergartenjahr um 4,5 Prozent und im darauffolgenden Jahr um weitere vier Prozent steigen sollen. Dass der Bedarf an Betreuungsplätzen in Kieselbronn sinkt, erwartet Faber nicht – auch wegen rund 100 geplanter Wohnungen der Baugenossenschaft „Familienheim“ im Reible. Vor dem Baubeginn erneuert die Gemeinde dort die Wasser- und Abwasserleitungen, die teilweise noch über Privatgrund verlaufen. Künftig sollen sie im öffentlichen Straßenraum liegen. Dafür wird von der Steubenstraße bis zum Wendehammer eine neue Trasse gebaut. Anschließend beginnt das Familienheim mit dem Abbruch der Bestandsgebäude, voraussichtlich im Frühjahr 2027.
In einem zweiten Bauabschnitt entsteht ein Ringschluss über den Feldweg zur Spremberger Straße. Die Kosten für die neuen Leitungen liegen bei rund 635.000 Euro netto, ohne Ingenieurhonorar. Auf den nahe gelegenen Bauhof und den Stützpunkt des Roten Kreuzes haben die Arbeiten laut Verwaltung keine Auswirkungen – abgesehen vom zusätzlichen Verkehr.
