Kiehnlestraße wird zum Pausenhof: Schüler des Hilda-Gymnasiums verbringen Pause auf Straßenabschnitt
Pforzheim. Schüler rennen über die Kiehnlestraße, schauen nicht nach links, nicht nach rechts. Doch die Schüler sind nicht unvorsichtig. Es besteht keine Gefahr. Kein Auto hupt, kein Auto fährt. Die Kinder spielen Badminton, zeichnen mit Kreide auf die Fahrbahn, einige setzen sich sogar auf die Straße. Möglich macht dies eine Aktion des Hilda-Gymnasiums. Eine Baustelle gibt es nicht. Am Freitag, 20. September, sperrte die Stadt den Streckenabschnitt und anders als im Vorfeld berichtet, steht die Aktion nicht im direkten Zusammenhang mit der schwierigen Verkehrssituation. Edith Drescher, Schulleiterin des Hilda-Gymnasiums, betont, dass der Platz für Spiel, Bewegung und soziale Interaktion genutzt werden soll.
„Wir wollen damit ein Zeichen setzen, dass der Straßenraum auch Lebensraum ist und es für das Sicherheits- und Wohlgefühl der Menschen bedeutsam ist, in welcher Weise wir unsere Verkehrswege bespielen.“
Weiter erzählt sie, dass man aus ihrer Sicht deutlich machen müsse, dass man in diesem Straßenabschnitt nicht einfach so wildparken sollte – wie es gerade oft die sogenannten Elterntaxen tun – und im Idealfall mithilfe von Schildern anzugeben, dass nur mit Schrittgeschwindigkeit gefahren werden solle. Immerhin kam es laut Drescher, in vielen Situationen beinahe zu Unfällen vor der Schule.

Auch im Kollegium findet diese Aktion Anklang. „Ich finde, dass es eine ganz gute Idee ist. Dadurch wird unser Schulhof erweitert und sowohl die Fußgänger als auch Schüler bekommen mehr Platz“, berichtet Markus Brümmer, Lehrer am Hilda-Gymnasium. Anders dürften das einige Autofahrer sehen. Die Kiehnlestraße wird besonders zu Werkzeiten hoch frequentiert. Wegen der Sperrung mussten viele Autofahrer Wenden. Es kam zu Rückstaus und Frust, auf den ohnehin vollen Straßen der Stadt. Die Schüler des Hildas sind aber begeistert von der Aktion.
Die 14-jährige Paulina sagt: „Ich finde die Aktion schon cool, dadurch haben wir einen größeren Bereich, denn in den Pausen ist der Schulhof ziemlich voll“. Auch der 14-jährigen Mervin findet die Aktion gelungen: „Dadurch kann man auch an warmen Tagen besser lernen, da keine lauten Autos bei geöffnetem Fenster stören“, berichtet Mervin.
