Kindheitstraum erfüllt: Pforzheimer ist Drummer bei Kultband Geier Sturzflug
Pforzheim. Welcher Mensch kann schon von sich behaupten, dass sein Kindheitstraum wahr wurde. Steffen Bähr kann. Der Pforzheimer Musiker, Jahrgang 1978, war bereits als Fünfjähriger Fan der legendären Band Geier Sturzflug, die mit Titeln wie „Bruttosozialprodukt“ und „Pure Lust am Leben“ als Teil der Neuen Deutschen Welle Musikgeschichte schrieb. Rund 40 Jahre später hat er für die Band nun ein ganzes Album
eingetrommelt.
„Damals hätte ich mir das nie träumen lassen“, erinnert sich Bähr. Seine Eltern hätten in den 80er-Jahren Lieder der Band aus dem Radio auf Kassette aufgenommen. Dadurch sei er überhaupt mit der Musik in Berührung gekommen. Seine Liebe zu der Band ging schließlich sogar so weit, dass er zu Hause Geier-Sturzflug-Auftritte imitierte und seine Familie damit unterhielt.
„Musik ist mir in die Wiege gelegt“, weiß Bähr, der nicht nur autodidaktischer Schlagzeuger ist, sondern auch Posaune spielt.
Irgendwann nahm er all seinen Mut zusammen und kontaktierte sein Idol Friedel Geratsch, den Gründer und Sänger von Geier Sturzflug. „Eigentlich wegen eines Podcast“, erzählt er. Doch dabei blieb es nicht. Da die Band einen Posaunisten suchte, schickte Bähr ein paar Aufnahmen mit dem Hinweis, dass er Schlagzeug besser spiele. Der Rest ist Geschichte. Bähr, der vor über 20 Jahren sein eigenes kleines Label Ozzemusix gründete, außerdem in den Pforzheimer Formationen The Lennons und Freaks spielt, ist Musiker aus Leidenschaft. Ihm ist bewusst, dass kaum noch jemand CDs kauft. „Es gibt aber immer noch Musikliebhaber, die das wertschätzen“, ist er überzeugt. „Die alten Hits machen das Geschäft.“
Das neue „Comeback (Die letzte Runde“)-Album verbindet Rockmusik mit Ska-Elementen und Reggae. Ganz neue Songs mit dem für die Band typischen Wortwitz und durchaus kritischen Texten, aber „ohne erhobenen Zeigefinger“, sind dabei.
Der Longplayer mit insgesamt 16 neuen Titeln wie „Tanzen, solange es noch geht“, „Hunde sind Familie“ und „Inflation“ lässt alte Zeiten wieder aufleben, geht aber auch neue Wege. Alles in allem ein Album, das Laune macht und das Leben nicht allzu ernst nimmt.
Ob die Lieder so durchschlagen wie einst „Bruttosozialprodukt“, wird sich zeigen. Tatsache ist, dass die Hits von damals immer noch präsent sind, wie sich während der Sturmwarnung beim diesjährigen Festival Rock am Ring zeigte: „Tausende haben ‚Pure Lust am Leben‘ gesungen“, erzählt Bär. Das sei ein ganz besonderer Moment gewesen.
Die CD ist in Bährs Label-Shop auf www.ozzemusix.de erhältlich. Eine persönliche Widmung im Cover ist auf Bestellung möglich.
