Gemeinden der Region
Mühlacker -  04.07.2020
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Konturen des künftigen Gesundheitscampus' in Mühlacker werden präziser - Einem Gemeinderat ist die Gestaltung besonders wichtig

Mühlacker. Weit fortgeschritten sind inzwischen die Pläne für die Gestaltung des Gesundheitscampus, der auf dem Gelände der Enzkreis-Kliniken in Mühlacker entstehen und in Zukunft das Stadtbild mitprägen soll. Entlassene Krankenhauspatienten, die nach ihrem Klinikaufenthalt noch nicht in der Lage sind, sich selbst zu versorgen, sollen im dort geplanten Kurz- und Übergangspflegeheim auf Zeit betreut werden. Außerdem ist auf dem Gelände ein Ärztehaus mit Apotheke geplant und auch der Verkehr wird innerhalb des Quartiers erschlossen.

In wenigen Wochen – am 20. Juli, um genau zu sein – findet laut Alexander Tsongas, dem Pressesprecher der Regionalen Kliniken Holding, zu der auch die Mühlacker Einrichtung gehört, eine öffentliche Kreistagssitzung statt. Hierbei soll der Beschluss über den Gesundheitscampus in Mühlacker gefasst werden. Vorher muss aber auch noch eine Entscheidung im Aufsichtsrat der Kliniken fallen. „Das Projekt hat inzwischen den entscheidungsreifen Stand erreicht“, so Tsongas.

 

Bauträger und Betreiber wird das Sozialwerk Bethesda aus Bauschlott sein. In vier Wohngruppen sollen auf zwei Etagen 48 Betreuungsplätze entstehen und im Erdgeschoss soll die Kindertagesstätte „Rabennest“ ihr neues Domizil erhalten. Denn das Gebäude, in dem die Kita aktuell untergebracht ist, wird dem Ärztehaus weichen.

"Die Entwürfe wurden im UTA zwar vorgestellt und besprochen. Letztenendes hat der Ausschuss aber nur eine beratende Funktion."

CDU-Stadtrat Johannes Bächle

Doch je größer die Schatten werden, die die Umsetzung des Projekts vorauswirft, desto mehr Wert legt CDU-Stadtrat Johannes Bächle auf Genauigkeit bei der Entwurfsgestaltung. In der jüngsten Ratssitzung etwa wollte der junge Politiker von Armin Dauner, dem Leiter des Planungs- und Baurechtsamtes, wissen, wie viel Einfluss der Gemeinderat eigentlich auf die Gestaltung des Pflegeheim-Objekts hat. „Die Entwürfe wurden im UTA zwar vorgestellt und besprochen. Letztenendes hat der Ausschuss aber nur eine beratende Funktion“, betont Bächle im Nachgang bei einem Gespräch mit der „Pforzheimer Zeitung“.

Entwicklung soll Sicht auf Krankenhaus nicht versperren

Beispielsweise liegt es ihm und seinen Ausschusskollegen am Herzen, dass das Gebäude nach der Entwicklung nicht die Sicht auf das Krankenhaus versperrt. Darum wurde dem Bauträger Bethesda bereits geraten, das Objekt unterhalb des bestehenden Erdniveaus anzusiedeln, es also im Boden zu „versenken“, damit die Sicht auf das Krankenhaus frei bleibt. Ende des Jahres soll der veränderte Entwurf in einer weiteren Ausschusssitzung besprochen werden. „Ich bin guter Dinge, dass der Bauträger die Wünsche der Stadt bei der Planung des Gebäudes berücksichtigt“, sagt Bächle. Nichtsdestotrotz will er seine Amtskollegen dahingehend sensibilisieren, die weiteren Gestaltungspläne aufmerksam mitzuverfolgen.

Falls die Vorstellungen der Stadt irgendwann nämlich nicht konform mit denen des Bauträgers gehen sollten, kann der Gemeinderat einschreiten. „Aber um eine Verzögerung der Entwicklung des Projekts zu vermeiden, sollten wir es gar nicht erst soweit kommen lassen“, sagt Bächle.

Korrektur: In einer ersten Version dieses Artikels wurde fälschlicherweise davon berichtet, dass der Mühlacker Gemeinderat im Rahmen einer Sitzung des Umwelt- und Technikausschusses bereits mit eingebunden wurde. Dies ist nicht der Fall. Eben jene rechtzeitige Unterrichtung der Stadträte über den Stand der Planung war das Anliegen von CDU-Stadtrat Johannes Bächle. Ziel des Gestaltungsbeirats und der Stadt bleibt die Absenkung des Gebäudes, um das dahinterliegende Krankenhausgebäude nicht zu verdecken.