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Ötisheim -  18.10.2026
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Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft in Ötisheim: Ein Weltstar und die Stimmen von morgen

Eine besondere Atmosphäre herrscht immer, wenn die Gottlob-Frick-Gesellschaft zu ihrem Künstlertreffen einlädt. Das Konterfei des legendären Bassisten aus Ölbronn ist allgegenwärtig, ebenso sein Wahlspruch „Verachtet mir die Meister nicht!“. Dieses Mal mischte sich in die Atmosphäre der Ötisheimer Erlentalhalle eine gehörige Portion jugendliche Leichtigkeit. Auf dem Programm standen beliebte Opernarien und Operettenmelodien.

An der Seite des international gefeierten Tenors Daniel Behle singen die Sopranistin Aleksandra Domashchuk und der Bariton Ljubomir Milanovic.
An der Seite des international gefeierten Tenors Daniel Behle singen die Sopranistin Aleksandra Domashchuk und der Bariton Ljubomir Milanovic. Foto: Dietmar Bastian

Im Mittelpunkt: der international gefeierte Tenor Daniel Behle. An seiner Seite sangen die Sopranistin Aleksandra Domashchuk und der Bariton Ljubomir Milanovic, zwei junge Gesangstalente. Zunächst gehörte die Bühne dem Festakt. Präsident Thomas Kleinheinz erinnerte an die Aufgaben der Gesellschaft und beklagte rückläufige Sponsorengelder. Deshalb musste man auf das Heilbronner Sinfonieorchester verzichten. Stattdessen begleitete Matteo Pirola am Klavier.

Wanderer zwischen den Welten

Höhepunkt war die Verleihung der Gottlob-Frick-Medaille an den Countertenor Nils Wanderer. Cornelius Hauptmann würdigte ihn als „weltweiten Wanderer zwischen den Welten“. Mit Händels „Lascia ch’io pianga“ beeindruckte Wanderer durch Farbenvielfalt, strahlende Höhe und berührende Innigkeit. Für den musikalischen Rahmen sorgte das Trio Reminiscenza mit Haydns Klaviertrio G-Dur Hob. XV:25. Sofia Páez Prat (Violine), Clara Millet Gomis (Violoncello) und Ihor Panchenko (Klavier) musizierten transparent und mit ansteckender Unbekümmertheit. Besonders im Rondo blitzte Haydns Schalk auf.

Mit Donizettis „Liebeselixier“ begann der vokale Teil. Ljubomir Milanovic hinterließ mit der Arie des Belcore auf Anhieb einen sehr guten Eindruck. Sein Bariton besitzt Kraft und Struktur, klingt über alle Register hinweg ausgeglichen und verfügt über beachtliche Ausdruckskraft. Dann Daniel Behle. Mit Nemorinos berühmter Romanze „Una furtiva lagrima“ wurde deutlich, weshalb dieser Tenor zu den gefragtesten Sängern seiner Generation zählt. Was für eine Stimme! Mühelos steigt sie in die Höhe, entfaltet warmen Schmelz und findet zu inniger Reinheit und sanglichen Linien. Hinzu kommen ein hinreißendes Parlando und eine technisch ausgereifte Verzierungskunst. Behle besitzt Kraft, verliert aber nie die Ruhe. Man fühlte sich bisweilen an den jungen Fritz Wunderlich erinnert.

Auch die erst 26-jährige Aleksandra Domashchuk ließ mit Giuliettas Szene aus Bellinis „I Capuleti e i Montecchi“ aufhorchen. Sie verfügt über eine weit entwickelte Belcantotechnik, elegante Stimmführung und beträchtliche dynamische Möglichkeiten. Mitunter drängt das dramatische Element etwas zu sehr nach vorn, während die lyrische Innigkeit zurücktritt. Als Glücksfall erwies sich Pirola, der kleinste Impulse der Sänger aufnahm, blitzschnell reagierte und sich nie in den Vordergrund drängte. Auch mit der Blumenarie aus Bizets „Carmen“ beeindruckte Behle. Den vielleicht schönsten Augenblick bescherte das Duett aus Bizets „Perlenfischern“. Hier begegneten sich der Opernstar und Milanovic annähernd auf Augenhöhe. Ihre Stimmen mischten sich vorzüglich, und hinsichtlich seiner Bühnenpräsenz brauchte der junge Bariton den Vergleich nicht zu scheuen.

Nach der Pause führte das Trio Reminiscenza mit dem ersten Satz aus Arenskys Klaviertrio d-Moll in eine andere Klangwelt. Wehmütige Melodik wechselte mit leidenschaftlichen Aufschwüngen. Danach wurde es heiter. Mit Melodien aus Flotows „Martha“, Millöckers „Bettelstudent“ sowie Lehárs „Lustiger Witwe“ und „Land des Lächelns“ kam die Operette zu ihrem Recht. Behle war auch hier eine Nasenlänge voraus. Milanovic gefiel mit seiner ausdrucksstarken Stimme und selbstbewussten Bühnenpräsenz, Domashchuk mit Temperament.