Gemeinden der Region
Ispringen -  27.03.2026
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Lange Gesichter trotz Millionengewinn: Ispringen erwirtschaftet im diesjährigen Haushalt großen Überschuss

Ispringen. Zuerst fallen im Ratssaal in den Reden der Fraktionen deutliche Worte, vor allem in Richtung Bund und Land. Dann gehen bei der Beschlussfassung alle Hände nach oben. Dass der Gemeinderat den Haushaltsplan einstimmig verabschiedet, ist für Bürgermeister Thomas Zeilmeier ein wichtiges Zeichen und „nicht mehr üblich“, auch und gerade mit Blick auf andere Gemeinden in der Region, in denen es inzwischen immer öfter Enthaltungen, teilweise sogar Gegenstimmen gibt.

Die Otto-Riehm-Schule taucht sowohl bei den Investitionen als auch beim Unterhaltungsaufwand im Ispringer Haushaltsplan auf. Investiv sind 35.000 Euro für Dachsanierung und Pausenhofneubau vorgesehen, im Ergebnishaushalt 69.000 Euro unteranderem für den Brandschutz.
Die Otto-Riehm-Schule taucht sowohl bei den Investitionen als auch beim Unterhaltungsaufwand im Ispringer Haushaltsplan auf. Investiv sind 35.000 Euro für Dachsanierung und Pausenhofneubau vorgesehen, im Ergebnishaushalt 69.000 Euro unteranderem für den Brandschutz. Foto: Nico Roller

Zeilmeier findet:

„Da darf man auch ein bisschen stolz sein.“

Schwierige Haushaltslage

Bei der Einbringung des Haushaltsplans hatte der Rathauschef vor rund vier Wochen keinen Hehl aus der schwierigen Lage gemacht, in der sich die Gemeinde Ispringen aktuell befindet. Denn obwohl für das Jahr 2026 im Ergebnishaushalt unterm Strich ein dickes Plus von mehr als 4,5 Millionen Euro steht, ist an ein Aufatmen nicht zu denken. Im Gegenteil: Die Gemeinde braucht den Überschuss dringend zum Tilgen der Kassenkredite, die sie in den vergangenen beiden Jahren aufnehmen musste, um über die Runden zu kommen. Lediglich 361.000 Euro bleiben am Ende noch für die Rücklage, die allerdings schon im kommenden Jahr beansprucht werden muss, weil die Gemeinde dann schon wieder mit einem leichten Defizit rechnet. Verantwortlich ist der Mechanismus des kommunalen Finanzausgleichs, der Ispringen dieses Jahr den üppigen Überschuss beschert, weil er erst jetzt auf die finanzielle Situation von vor zwei Jahren reagiert, also auf das Jahr 2024. Damals musste die Gemeinde auf einen Schlag so viel Gewerbesteuer zurückzahlen, dass sie tief in die roten Zahlen rutschte und zum Überbrücken notgedrungen einen hohen Kassenkredit aufnahm. Daher freut man sich beim Blick in die Zukunft auf die Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes, die man für Investitionen nutzen will, allerdings erst in den kommenden Jahren.

Für 2026 steht unter anderem der Kauf eines Gerätewagens Transport für die Feuerwehr auf der Liste, ebenso ein Investitionszuschuss für den Bürgerbus, die Planungsleistungen für neue Stelengräber und den Jünglingsplatz sowie die Sanierung des Kunstrasens, aber nur bei einer Förderung von 75 Prozent. Hinzu kommen Projekte, die im Ergebnishaushalt gebucht werden müssen, weil sie formal zum Unterhaltungsaufwand zählen, etwa eine Machbarkeitsstudie zur Zukunft des Feuerwehrhauses, das Reinigen des Archivguts, das Schaffen barrierefreier Bushaltestellen sowie bauliche und technische Verbesserungen an der Grundschule, am Hallenbad, an der Schulsporthalle sowie an der Sport- und Festhalle.