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Mühlacker -  30.07.2026
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„Lieber wieder in die Berge“: Warum 13 Schüler vom THG Mühlacker ihre Alpenüberquerung nicht vergessen werden

Mühlacker. Längere Etappen als geplant, schwere Rucksäcke und persönliche Herausforderungen: Die Alpenüberquerung verlangte den Jugendlichen alles ab. Trotzdem bleibt ihnen die Tour vor allem wegen des besonderen Zusammenhalts in Erinnerung.

Die Schülerinnen und Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums bewältigten auf ihrer Alpenüberquerung mehr als 70 Kilometer und rund 5000 Höhenmeter im Aufstieg.
Die Schülerinnen und Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums bewältigten auf ihrer Alpenüberquerung mehr als 70 Kilometer und rund 5000 Höhenmeter im Aufstieg. Foto: Privat

Eigentlich hätten sie erleichtert sein müssen. Fünf Tage lang waren Schülerinnen und Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums über die Alpen gewandert, hatten mehr als 70 Kilometer zurückgelegt und dabei rund 5000 im Auf- sowie etwa 6000 Höhenmeter im Abstieg bewältigt. Die Tour hatte ihnen alles abverlangt – schwere Rucksäcke, schmerzende Beine, Höhenangst und Etappen, die länger dauerten als geplant. Doch als die Gruppe schließlich den Lago Maggiore erreichte, fiel ein Satz, mit dem wohl niemand gerechnet hätte: „Lieber wieder in die Berge.“

Was als Seminarkurs unter dem Motto „Neue Pfade finden, Grenzen überwinden“ begonnen hatte, wurde für die Jugendlichen zu einer Erfahrung, die weit über eine Alpenüberquerung hinausging. Nicht die Kilometer sind es, von denen Mia Jäger und Pia Glauner heute zuerst erzählen. Sondern von den gemeinsamen Erlebnissen unterwegs und davon, wie aus einer Gruppe von Schülerinnen und Schülern eine echte Gemeinschaft wurde.

Herausfordernde Strecke

Schon der erste Wandertag zeigte, dass die Wirklichkeit härter war als jede Planung. Aus einer geplanten 14-Kilometer-Etappe wurden wegen einer fehlerhaften Routenplanung bei der Wander-App „Komoot“ plötzlich 17 Kilometer. Zwölf Kilogramm Gepäck drückten auf die Schultern, die Beine wurden schwer. „Der erste Tag war für mich der schlimmste“, erzählt Mia. „Irgendwann konnte ich einfach nicht mehr.“ Die Motivation habe zwischendurch deutlich nachgelassen. Doch von Tag zu Tag gewöhnte sich der Körper an die Belastung. Auch Pia musste eine persönliche Hürde überwinden. Weniger die Kondition machte ihr zu schaffen als ihre Höhenangst. Vor allem steile Abstiege kosteten sie Überwindung. „Jeden Tag wurde es besser“, sagt sie. Dass die Tour insgesamt anspruchsvoller war als erwartet, bestätigte sich auf fast jeder Etappe.

Großer Zusammenhalt

Von den ursprünglich 16 geplanten Teilnehmern konnten wegen Krankheit und einer kurzfristigen Absage nur 13 starten. Zwei Jugendliche mussten die Wanderung unterwegs wegen körperlicher Beschwerden abbrechen. Für die übrigen war das kein Grund, jemanden zurückzulassen. Auf langsamere Wanderer wurde gewartet, gegenseitige Unterstützung gehörte während der gesamten Woche selbstverständlich dazu. „Die Gruppe hat jeden durchgekriegt“, sagt Pia. Grüppchen habe es nie gegeben.

Belohnt wurden die Strapazen mit Eindrücken, die allen lange in Erinnerung bleiben werden. Türkis schimmernde Bergseen, weite Ausblicke und schneebedeckte Hänge entschädigten immer wieder für die Anstrengungen. In den Seen kühlten sich die Jugendlichen nach den Etappen ab, einmal rutschten sie sogar über ein Schneefeld talwärts.

„Wir waren richtig geflasht von der Landschaft“, erzählt Mia.

Selbst einer der begleitenden Lehrer habe gesagt, eine so beeindruckende Naturkulisse noch nie gesehen zu haben. Dazu kam außergewöhnliches Wetterglück. Häufig konnte die Gruppe im T-Shirt und mit kurzer Hose loswandern.

Viel Spaß auf den Hütten

Mindestens genauso prägend waren die Abende in den Selbstversorgerhütten. Zwar hatte aus Sicherheitsgründen jeder sein Handy dabei, doch in den Bergen gab es kaum Empfang. Genutzt wurden die Smartphones fast ausschließlich zum Fotografieren. Statt durch soziale Medien zu scrollen, spielten die Jugendlichen Karten, unterhielten sich oder verbrachten den Abend gemeinsam mit ihren Lehrkräften. „Es war schon komisch, eine Woche ohne Social Media“, sagt Mia. Morgens gab es meist Brot mit Marmelade oder Cornflakes, abends einfache Gerichte wie Risotto oder Lasagne. „Wir hatten eigentlich immer Hunger“, erzählt Pia lachend. Auch kalte Duschen gehörten für viele zur Erfahrung dazu.

Als die Gruppe schließlich den Lago Maggiore erreichte, war das Ziel geschafft. Doch statt Erleichterung machte sich Wehmut breit.

„Als wir am Lago Maggiore angekommen sind, haben wir gesagt: ,Lieber wieder in die Berge‘“, erzählt Pia.

Noch deutlicher wurde dieses Gefühl auf der Heimreise. „Wir waren alle traurig“, sagt Mia.

Die Alpen haben die Jugendlichen körperlich und mental gefordert. In Erinnerung bleiben wird ihnen aber vor allem etwas anderes: die Erfahrung, gemeinsam eine Herausforderung gemeistert zu haben, die am Anfang der Reise größer wirkte, als sie es sich vorgestellt hatten.