Mehr Aufenthaltsqualität in Pforzheim: Kulturterrasse an der Dillsteiner Straße ist eröffnet
Pforzheim. Marleen Hecker vom Studio Panama eröffnet ihre Kulturterrasse. Und das Rathaus freut sich übers dahinterstehende Engagement. Es ist ein Parkplatz vor den Ladengeschäften an der Dillsteiner Straße, der dafür geopfert wurde. Und bei früheren Gelegenheiten hat so etwas auch schon zu Unmut geführt. „Aber diese Kulturterrasse bringt doch viel mehr“, ist PZ-Herausgeber Albert Esslinger-Kiefer überzeugt, dem sich wirklich kein Kulturkampf gegen Autos nachsagen ließe. Esslinger-Kiefer ist bei der offiziellen Einweihung an diesem noch regnerischen Freitagmorgen mit seiner Einschätzung der neuen Sitz- und Treffgelegenheit der Schmuckdesignerin Marleen Hecker vor ihrem Studio Panama in bester Gesellschaft:
Zugegeben: Bau- und Kulturbürgermeister Tobias Volle lobt das Engagement der Schmuckschaffenden und Einzelhändlerin, Kulturamtsleiterin Angelika Drescher schließt sich an, Michael Hertl, Fachbereichsleiter Innenstadt bei Wirtschaft Stadtmarketing Pforzheim, ruft zum Nachahmen auf und weißt auf Fördermöglichkeiten hin – und alle danken Esslinger-Kiefer, dass er dieses Projekt auch finanziell unterstützt hat. Er ist, soweit bekannt, der größte materielle Unterstützer, aber nicht der einzige. Rund 60 Privatpersonen, Händler und weitere, hätten dazu beigetragen, berichtet Marleen Hecker. Sei es das benachbarte Café d‘Anvers, das an diesem Premierentag bis weit in den Abend hinein geöffnet hat und für Bewirtung sorgt, oder Brauereichef Michael Ketterer, der Bier spendet. Unterstützung kommt auch von der Hochschule Pforzheim, die im kommenden Jahr hier anlässlich ihres Jubiläums präsent sein will, etwa mit Lesungen, und auf einen neugierigen Sprung schaut auch Peter Benkner vorbei, in der Stadt vielfach bekannt durch sein Engagement etwa bei Pro Familia, dem Familienzentrum Au oder dem Gesangverein Arlinger.
„Aus Sicht der Stadt ist es wunderbar, wenn es Leute gibt, die selbst etwas auf die Beine stellen und nicht sagen: Stadt, da müsstest Du was machen“, freut sich Bürgermeister Tobias Volle. Wenn sich Privatpersonen engagierten, Unternehmer engagierten, die Stadt sich beteilige und das örtliche Medienhaus auch, dann komme Gutes dabei heraus, sagt der für Stadtentwicklung wie für Kultur zuständige Dezernent.
Und gerade diese Kulturterrasse zeige, dass es nicht immer nur die große Lösung sein müsse. „Es ist in unserem Sinn, wenn Leute sich mit Ideen und Engagement einbringen“, schließt sich Kulturamtsleiterin Angelika Drescher an. Und WSP-Mann Michael Hertl weißt darauf hin, dass die Wirtschaftsförderung für die Unterstützung solcher Projekte ein Budget hat.
Aufenthaltsqualität im Blick
Da steht sie nun also, die Kulturterrasse, entstanden in Modulbauweise. Am Nachmittag wird die Eröffnung dann auch mit Publikum und bei besserem Wetter gefeiert, für Verköstigung steht nebenan der Pizzawagen. Und selbst zu Zeiten, wenn gar kein Event stattfindet, bieten die Sitzgelegenheiten und die Tische Flaneuren, auch Eltern mit Kinderwagen, einfach die Möglichkeit, Platz zu nehmen, zu verweilen, einen Kaffee oder ein Gläschen Sekt zu trinken, Stichwort Aufenthaltsqualität.
Die Händler an der Dillsteiner Straße und am Sedanplatz hätten das vielleicht ein kleines bisschen mehr im Kopf als andere, schmunzelt Tobias Volle.
