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Verkehr -  20.05.2022
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Mercedes für 135 Millionen Euro versteigert: Das ist der Mann, der einst mit dem teuersten Auto der Welt fuhr

Stuttgart. Der Autobauer Mercedes-Benz hat eines von laut Unternehmen nur zwei Exemplaren des 300 SLR Uhlenhaut-Coupés für 135 Millionen Euro versteigert. Der nach dem Ingenieur Rudolf Uhlenhaut benannte Wagen aus dem Jahr 1955 ist damit nach Angaben von Mercedes das bis dato teuerste Auto.

Mercedes-Benz 300 SLR Uhlenhaut Coupé
Das Motiv zeigt eines der beiden 300 SLR Uhlenhaut Coupés zusammen mit dem Erfinder Rudolf Uhlenhaut (Aufnahmedatum unbekannt). Foto: picture alliance/dpa/Mercedes-Benz Ag | ---

Wie das Unternehmen am Donnerstag in Stuttgart mitteilte, fand der Verkauf bei einer Aktion am 5. Mai im Museum des Autokonzerns statt. Der Käufer sei ein privater Sammler. Das zweite Exemplar bleibe im Besitz von Mercedes und werde weiter in dem Museum ausgestellt.

Die Uhlenhaut-Coupés seien «Meilensteine der Sportwagen-Entwicklung und wichtige historische Eckpfeiler unserer Marke», sagte Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender von Mercedes-Benz, laut einer Mitteilung. Mit dem Erlös werde ein weltweites Stipendienprogramm, der «Mercedes-Benz Fund», finanziert. Damit solle eine neue Generation ermutigt werden, neue Technologien zu entwickeln, insbesondere zu Dekarbonisierung und Ressourcenschonung, so Källenius. Die Gelder seien für Studierende sowie Schülerinnen und Schüler vorgesehen, die ansonsten nicht über ausreichend finanzielle Mittel verfügen.

Rudolf Uhlenhaut besaß laut Wikipedia zeitlebens nie einen eigenen Pkw. Aber er wird mit diversen Fahrzeugen identifiziert. Am berühmtesten ist das sogenannte „Uhlenhaut-Coupé“ auf Basis des offenen 300-SLR-Achtzylinders, mit dem unter anderem Stirling Moss zusammen mit Denis Jenkinson 1955 die Mille Miglia gewonnen hatte. Für die Rennsaison 1956 wurde es Wikipedia zufolge mit einer geschlossenen Karosserie versehen, um den Fahrern höheren Langstreckenkomfort zu bieten.

Doch Mercedes-Benz zog sich nach dem Unfall beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1955 aus dem Motorsport zurück. Uhlenhaut nutzte das Fahrzeug in den Folgejahren regelmäßig. Es war deutlich schneller (und lauter) als der 300 SL. Er war später im Vorstand des Stuttgarter Unternehmens und zuletzt bis zu seiner Pensionierung im Herbst 1972 Leiter der Pkw-Entwicklung. Im Alter brauchte er ein Hörgerät, was er auf das ständige Fahren seiner Boliden zurückführte.

Autor: dpa/ms