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Dobel -  04.02.2026
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Messgeräte an der Dobler Ortsdurchfahrt: Luftqualität entscheidet über Kurort-Status

Dobel. Unauffällige Messgeräte prüfen seit Monaten die Luftqualität in Dobel. Das Ergebnis entscheidet, ob der Höhenort heilklimatischer Kurort bleibt.

Luftmessung Dobel
An der Messstelle im Dobler Kurpark entnehmen Stefan König und Werner Schaible (von links) die Proben und verpacken sie. Foto: Meyer

Zwei graue, unauffällige Kästen stehen an der Ortsdurchfahrt in Dobel, zwischen Kurhaus-Parkplatz und Rathaus. Dort wird seit einigen Wochen – genauer gesagt seit November – die Luftqualität im Höhenort gemessen. Das ist wichtig, damit die Gemeinde ihr Prädikat „Heilklimatischer Kurort“ weiterführen kann.

„Diese Messung ist alle zehn Jahre nötig“, erklärt Rahel Schilling, Tourismus-Leiterin in Dobel.

Einmal in der Woche entnehmen die beiden Bauhof-Mitarbeiter Werner Schaible (Bauhofleiter) und Stefan König (stellvertretender Bauhofleiter) die Proben und schicken sie nach Freiburg zum Deutschen Wetterdienst (DWD). Insgesamt ein Jahr lang wird gemessen, dann wird dort ein Gutachten über die Luftqualität erstellt. „Bisher hatten wir nie Schwierigkeiten, die geforderten Grenzwerte einzuhalten“, sagt Schilling. Bereits seit 1984 ist Dobel Heilklimatischer Kurort.

Werner Schaible und Stefan König stehen an der unscheinbaren Messstelle an der Ortsdurchfahrt. Ein Gerät misst dort Grobstaub und Stickstoffdioxid, das andere sammelt Feinstaub. Auch im Kurgarten werden Grobstaub und Stickstoffdioxid gemessen. Die beiden Bauhof-Mitarbeiter entnehmen die Proben, beschriften sie und packen sie in Umschläge. Dazu kommen ein paar Informationen darüber, wie zum Beispiel die Witterung in der vergangenen Woche war. Nass und kalt war es zum Beispiel in der vergangenen Woche.

Die Proben machen sich nun per Post auf den Weg nach Freiburg. „Dort wird die Konzentration von Stickstoffdioxid, Grobstaub, Feinstaub und Ruß analysiert, zusätzlich wird auch die Anzahl allergeologisch relevanter Pollen bestimmt“, erklärt Schilling.

Die Gemeinde lässt sich die Messung auch etwas Kosten: Insgesamt bekommt der DWD knapp über 9000 Euro für seine Leistungen. „Diese Investitionen waren im Gemeinderat aber noch nie strittig“, sagt Schilling. „Das Prädikat heilklimatischer Kurort gehört einfach zu unserer Identität“, sagt sie.

Auch Dobels Bürgermeister Christoph Schaack unterstreicht: „Das ist es uns wert, das ist unsere Marke, und der Kurort hat auch eine große Bedeutung für unsere Klinik.“

Für die Beurteilung des Bioklimas musste die Gemeinde Dobel für den DWD zudem einen Erhebungsbogen ausfüllen. Darin geht es laut Schilling um Siedlungsdichte, um die Anzahl von Betten, Übernachtungen und Ankünften im Tourismus, um Flächennutzung, Heizungsemissionen, Verkehrsbelastung und Gewerbe.

Generell will die Gemeinde in Sachen Kurort die Zusammenarbeit mit Bad Herrenalb und Waldbronn weiter ausbauen. „Es muss nicht jeder Kurort alle geforderten Dinge, wie zum Beispiel den Badearzt, vorhalten. Da kann man durchaus kooperieren“, sagt Schaack. Im Februar wollen sich die drei Kommunen deshalb zusammensetzen, um über Synergien zu beraten.

Schaible und König haben mittlerweile alle Proben ausgetauscht und verpackt. „Das ist etwa eine halbe Stunde Arbeit pro Woche für uns“, sagen sie. Mit einem Bericht des DWD über die Luftqualität rechnet die Gemeinde Anfang 2027.