Mit „Ninja Warrior“ Dennis Leiber: Kinder testen ihr Können im Parcours
Kämpfelbach-Ersingen. Mit Schwung springen die Kinder vom Trampolin an die Reckstange, konzentriert balancieren sie über einen schmalen Holzsteg, geschickt hangeln sie sich von einem Seil zum nächsten. Fünf Minuten haben sie Zeit, um sich auszuprobieren, um ihr Können unter Beweis zu stellen. Dann wechseln sie zur nächsten Station, an der neue, spannende Aufgaben und sportliche Herausforderungen auf sie warten.
Ein echter „Ninja Warrior“
In der Ersinger Kirchbergsporthalle wird geklettert und gesprungen, gerannt und geschwungen, immer unter den wachsamen Augen von Dennis Leiber, der alles genau im Blick hat und den Kindern immer wieder Tipps und Hilfestellungen gibt, wenn sie nicht weiterkommen. Zusammen mit zahlreichen engagierten Ehrenamtlichen hat er einen großen Ninja-Parcours aufgebaut und betreut: mit neun Hindernissen, an denen verschiedene motorische Fähigkeiten gefragt sind. Das Ganze ist Teil des Sommerferienprogramms, das bis Anfang September insgesamt rund 60 Aktionen umfasst, fast alle rein ehrenamtlich auf die Beine gestellt. Dem überaus rührigen Organisationsteam ist es wichtig, den Kindern in ihrer schulfreien Zeit viel Abwechslung und immer wieder etwas Neues zu bieten, dieses Jahr unter anderem in Form des großen Ninja-Parcours in der Kirchbergsporthalle.
Unter den Top 20
Dass viele der dort aufgebauten Hindernisse denen aus der Fernsehsendung „Ninja Warrior Germany“ ähneln, ist kein Zufall, sondern Absicht. Dennis Leiber kennt das ursprünglich aus den Vereinigten Staaten stammende Format in- und auswendig: Achtmal hat er bereits daran teilgenommen: Als „Crazy Family“ machten sich sein Vater und er schnell einen Namen. Viermal schaffte er es ins Finale, 2022 sogar unter die 20 besten Teilnehmer in ganz Deutschland. Längst ist ihm die Aufmerksamkeit der Medien sicher, längst kennen ihn die Menschen, vor allem in der jüngeren Generation.
Auch beim Kinderferienprogramm in Kämpfelbach wissen viele ganz genau, wer der junge Mann im roten Trikot ist. Einige wollen ein Foto mit ihm machen. Im Hauptberuf ist Leiber inzwischen im Staatsdienst beschäftigt: als Gymnasiallehrer für Sport und Geografie. Schon während des Studiums hat er damit begonnen, Fortbildungen für Lehrer, Trainer und Übungsleiter anzubieten, damit diese den Ninja-Sport in den Unterricht und in den Verein integrieren können.
Kinder ausprobieren lassen
Im Zuge seiner Bachelor- und Masterarbeit hat er einen eigenen Ninja-Parcours konzipiert, der in jeder durchschnittlich ausgestatteten Sporthalle realisiert werden kann. Spezialaufbauten wie im Fernsehen sind dafür nicht notwendig, sondern gewöhnliche Turngeräte wie Kästen, Barren, Reckstangen, Bänke, Taue und Ringe. Der Schwierigkeitsgrad der Hindernisse kann so angepasst werden, dass sie für alle Alters- und Leistungsklassen machbar sind. Wer sie bewältigen will, muss kreativ werden und sich überlegen, wie er das am besten anstellt. Auch in Kämpfelbach sagt Leiber den Kindern bewusst nicht, was sie machen sollen. Sondern nur, was sie zu ihrer eigenen Sicherheit nicht machen dürfen. Leiber ist es wichtig, Kinder und Jugendliche für Sport zu begeistern und in Bewegung zu bringen.
Beim Ferienprogramm in Kämpfelbach ist er begeistert von dem Elan der Kinder: „Es ist immer toll, zu sehen, wie viel Spaß sie an der Bewegung haben.“ In Kämpfelbach hat man ihn über eine Fortbildung kennengelernt, die er beim Ersinger Turnverein gegeben hat. Daraufhi hat ihn das Organisationsteam des Ferienprogramms kontaktiert – und Glück gehabt: Leiber hatte noch einen Termin frei. Mehr als 60 Kinder haben sich anschließend für die Aktion mit ihm angemeldet, alle im Alter von sechs bis zwölf Jahren, alle hochmotiviert.
Für einen reibungslosen Ablauf sorgt ein knappes Dutzend ehrenamtlicher Helfer, vor allem bei der Betreuung, beim Auf- und Abbau. Zu ihnen gehört Sabine Weise, die die Leistungsgruppe des TVE trainiert und auch durch ihre Tätigkeit als Sportlehrerin weiß, wie wichtig es ist, dass sich junge Menschen bewegen. Den Ninja-Sport hat sie schon öfter in den Unterricht integriert und beim TVE eingesetzt, dort vor allem zur Kameradschaftspflege. „Den Turnern macht das großen Spaß“, sagt Weise, die früher auch die Liga-Turner trainiert hat.
