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Mühlacker -  27.05.2026
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Mühlacker sieht Entspannung bei Kita-Plätzen – Enzberg bleibt Sorgenkind

Mühlacker. Nach Jahren großer Engpässe rechnet die Stadt Mühlacker bis 2029 mit deutlich mehr freien Betreuungsplätzen. Doch nicht überall entspannt sich die Lage: Vor allem in Enzberg und im Heidenwäldle bleiben Probleme bestehen. Gleichzeitig rücken neue

Spielzeug in einer Kita
Die Stadt Mühlacker rechnet in den kommenden Jahren mit einer Entspannung bei den Kindergartenplätzen. Gleichzeitig bleiben einzelne Einrichtungen und Stadtteile weiter unter Druck. Foto: Monika Skolimowska/dpa/picture alliance

Die jahrelange Suche nach zusätzlichen Kindergartenplätzen könnte in Mühlacker allmählich ein Ende finden. Nach der aktuellen Kindergartenbedarfsplanung rechnet die Stadt spätestens bis 2029 sowohl bei den unter Dreijährigen als auch bei den Kindergartenkindern mit einer deutlichen Entspannung der Betreuungssituation. Gleichzeitig bleiben einzelne Stadtteile und Einrichtungen weiterhin Sorgenkinder.

Der Gemeinderat stimmte der Bedarfsplanung am Dienstagabend einhellig zu. Johanna Bächle, Leiterin des Amts für Bildung und Kultur, erklärte, man müsse sich „spätestens 2030 nicht mehr ständig Gedanken machen“, wo zusätzliche Plätze geschaffen werden könnten. Künftig könne sich die Stadt stärker auf die Qualität der Betreuung konzentrieren.

Sorgen in Enzberg

Noch fehlen laut Bedarfsplanung stadtweit 21 Plätze für Kinder über drei Jahren. Besonders angespannt bleibt die Lage in Enzberg. Dort stoßen beide bestehenden Kindergärten an ihre Grenzen. Entlastung soll ein geplanter Naturkindergarten mit bis zu 20 Plätzen bringen. Wegen offener Fragen zum Standort könnte sich das Projekt allerdings verzögern. Sorgen bereitet der Verwaltung außerdem die Situation im katholischen Kindergarten St. Johannes im Heidenwäldle. Dort war Schimmelbefall festgestellt worden. Oberbürgermeister Stephan Retter sagte, der Träger sei sich seiner Verantwortung bewusst und müsse nun eine temporäre Ersatzlösung schaffen. Auch in Dürrmenz fallen durch den Umbau des evangelischen St.-Andreas-Kindergartens vorübergehend Plätze weg. Gleichzeitig laufen weitere Projekte. Bürgermeister Armin Dauner kündigte an, dass die Sanierung des Enzkindergartens in Lomersheim Anfang Juni starten und voraussichtlich bis Ende der Sommerferien abgeschlossen werden soll. Der neue sechsgruppige Kindergarten in Lienzingen liege ebenfalls im Zeitplan und könnte im September 2027 in Betrieb gehen.

Deutlicher Puffer ab 2029

Die Prognosen der Verwaltung gehen von sinkenden Kinderzahlen aus. Bei den unter Dreijährigen rechnet die Stadt bis 2028 mit einem rechnerischen Überhang von 81 Plätzen, bei den Kindern über drei Jahren bis 2029 mit einem Plus von 135 Plätzen. Dabei sind Kinder aus einzelnen künftigen Neubaugebieten noch nicht vollständig berücksichtigt.

Die zusätzlichen Plätze seien allerdings „statistisch sehr schnell aufgevespert“, warnte Bächle. Als Gründe nannte sie mögliche Neubaugebiete, Baulückenschließungen, Generationswechsel in Wohnquartieren sowie den steigenden Bedarf an Betreuung für Kinder mit Beeinträchtigungen.

CDU-Stadtrat Tobias Scheytt kritisierte, dass dieser Bereich in der Bedarfsplanung bislang nicht ausreichend berücksichtigt werde. Zudem stellte er frühere Bedarfszahlen für einen zusätzlichen Kindergarten in Mühlhausen infrage und erkundigte sich nach möglichen Auswirkungen eines verpflichtenden Kindergartenjahrs. Bächle sagte zu, den zusätzlichen Bedarf für Kinder mit Förderbedarf künftig gesondert darzustellen. SPD-Stadträtin Julia Ziegler verwies auf Zahlen des Enzkreises, wonach der Förderbedarf deutlich steige. Retter betonte zugleich, die Bedarfsplanung orientiere sich an den erwarteten Geburtenzahlen und nicht an möglichen zusätzlichen Bedarfen.

Stadt will auf Qualität setzen

Nach Jahren mit hoher Nachfrage, sieht die Verwaltung die Phase akuter Platzengpässe allmählich abflachen. Künftig sollen deshalb qualitative Fragen stärker in den Mittelpunkt rücken. Dazu gehören die Betreuung von Kindern mit besonderem Förderbedarf, flexiblere Betreuungsformen und eine bessere Versorgung innerhalb der einzelnen Stadtteile.

Auch die Nachfrage der Eltern verändere sich. Die Stadt beobachte derzeit eine sinkende Nachfrage nach klassischen Ganztagsplätzen und prüfe deshalb neue Modelle mit verlängerten Öffnungszeiten und Mittagessen statt durchgehender Ganztagsbetreuung bis in den Abend hinein.