Gemeinden der Region
Pforzheim -  19.12.2023
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Multireligiöse Kita Irenicus erhält Spende aus Solidaritätskonzert

Pforzheim. Einen Spendenscheck in Höhe von 11.791 Euro haben die Organisatoren des Solidaritätskonzerts „Nie wieder ist jetzt – für Toleranz“ den Mitarbeiterinnen der multireligiösen Kita Irenicus überreicht. „Wir brauchen noch ganz viel Spielzeug“, sagten die Kinder und bedankten sich mit einem Lied.

Strahlende Gesichter in der Kita Irenicus bei den Spendern und den Mitarbeiterinnen: Kaya Stolzenberg, Sabine Jost, Roland Klink, Sophie Klink, Albert Esslinger-Kiefer, Sinem Kücükoglu, Georg Leicht, Paul Taube, Gerhard Baral, Rami Suliman, Nathalie Pilarek, Rainer Bartels, Aygün Fatih (von links) und die Irenicus-Kinder.
Strahlende Gesichter in der Kita Irenicus bei den Spendern und den Mitarbeiterinnen: Kaya Stolzenberg, Sabine Jost, Roland Klink, Sophie Klink, Albert Esslinger-Kiefer, Sinem Kücükoglu, Georg Leicht, Paul Taube, Gerhard Baral, Rami Suliman, Nathalie Pilarek, Rainer Bartels, Aygün Fatih (von links) und die Irenicus-Kinder. Foto: Sehling

Im November war es den Organisatoren gelungen, innerhalb von zwei Wochen, das Solidaritätskonzert auf die Beine zu stellen und viele Künstler aus der Region zum Mitmachen zu bewegen. Künstler, Organisatoren und das Publikum im Kulturhaus Osterfeld setzten damit ein klares Zeichen gegen Antisemitismus und für Toleranz in Pforzheim.

Paul Taube, Leiter des Kulturhauses, stellte die Räume zur Verfügung. Die Mitorganisatoren Georg Leicht, Gerhard Baral und Albert Esslinger-Kiefer betonten, dass „alle dafür verantwortlich sind, in der Stadt Gesicht zu zeigen“. Leicht sieht Pforzheim auf einem guten Weg, sich gegen jede Form von Antisemitismus zu stellen und erinnerte an die bewegenden Worte von Rami Suliman, Vorstand der jüdischen Gemeinde, beim Konzert, der auch die guten Beziehungen zu den muslimischen Vereinen betont hatte.

Der Spendenerlös ging nun ganz gezielt an ein Projekt, das in die Zukunft der Stadtgesellschaft weist. Die Kita Irenicus ist ein Pilotprojekt, in dem fast 100 Kinder aus verschiedenen Religionsgruppen miteinander aufwachsen. Die multireligiöse Kita wird getragen von einem Träger-Verbund. Dabei sind die evangelische Kirche, die katholische Kirche, die jüdische Gemeinde, das yezidische Zentrum und das Bündnis unabhängiger Muslime. Geschäftsführerin Sabine Jost erklärte, die Kita sei deutschlandweit das erste Projekt dieser Art. „Die Kinder gehen unbefangen mit allen Religionen um“, betonte sie. Die jeweils wichtigsten Feste würden gemeinsam gefeiert, und die Kinder lernten Gebete aus allen Religionen.

Jost und die Spender betonten, es sei gerade in einer Stadt wie Pforzheim mit einem hohen Anteil an Migranten besonders wichtig, Kenntnisse über Religion zu vermitteln und Toleranz vorzuleben. Jost und Kita-Leiterin Nathalie Pilarek arbeiten mit einem multireligiösen Team. Sie erläuterten, dass mit der Spendensumme die Elternarbeit verstärkt werden solle. Finanziert werden sollten auch Sprachkurse für Mütter.

Autor: Andrea Sehling