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Nordschwarzwald -  03.07.2020
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Mutter und Kind setzen sich in Zeckennest - Kinderärztin empfiehlt FSME-Impfung ab drei Jahren

Nordschwarzwald. Die kleine Enz plätschert durchs Tal an der B294 hinter Calmbach. Eine junge Familie will am Ufer ein Picknick machen. Die Frau setzt sich, nimmt den zweijährigen Sohn auf den Schoß. Plötzlich krabbelt es überall. Ihre Haut und die ihres Sohnes ist schlagartig voller kleiner schwarzer Tiere. Sie springt mit ihrem Sohn in den Bach, versucht in Panik, alle Tiere abzuwaschen. Zuhause müssen etwa 25 Zecken bei Vater, Mutter und Sohn entfernt werden. Dass dieses Jahr ein besonderes Zeckenjahr ist, hat auch Andreas Wacker, Revierförster auf dem Sommerberg bemerkt.

Zum Entfernen einer Zecke gibt es wie hier im Bild Zeckenkarten. Viele Experten raten aber, eine Zange zu verwenden. Foto: dpa
Zum Entfernen einer Zecke gibt es wie hier im Bild Zeckenkarten. Viele Experten raten aber, eine Zange zu verwenden. Foto: dpa

„Ich selbst hatte schon mehr als zehn Zecken“, sagt Wacker. Er rät, im Wald immer lange Kleidung zu tragen. „Außerdem sind alle unsere Waldarbeiter gegen FSME geimpft“, erklärt er. Aber: „Zecken gehören zum Wald, sie sind ein Teil davon, man braucht keine Panik zu haben.“ Ähnlich sieht es auch Simone Rauch, Erzieherin im Waldkindergarten Räubernest in Bieselsberg. „Das beste Mittel gegen Zecken ist ein konsequentes, zeitnahes Absuchen“, sagt sie. Und: „Zecken können in der Kleidung mehrere Tage verharren“, weiß die Erzieherin.

Schon viele Zecken entfernt

Rosemarie Walliser, Kinderärztin in Langenbrand entfernt etwa drei bis fünf Mal pro Woche die Parasiten bei ihren kleinen Patienten. „Ich erkläre den Eltern dann, wie sie die Tiere selbst heraus machen können, denn je länger die Zecke sitzt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie Borrelien überträgt“, erklärt sie. Dies geschehe meist etwa 12 bis 24 Stunden nach dem Biss und zeige sich durch Wanderröte auf der Haut. Dann müssten die Kinder mit Antibiotika behandelt werden. Impfungen gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) empfiehlt die Ärztin für Kinder ab drei Jahren. Zum Entfernen der Zecken rät Walliser: „Zecken- oder Augenbrauenzupfzange von oben ansetzen und das Tier langsam herausziehen. Auf keinen Fall vorher desinfizieren, sonst stirbt das Tier und entleert Mageninhalt samt möglicher Krankheitserreger in die Einstichstelle.“

Mehr darüber lesen Sie am Samstag, 4. Juli in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

Autor: Carolin Weiss