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Neuenbürg -  13.07.2026
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Nach Klinik-Aus in Neuenbürg: Erste Pläne für neues Gesundheitszentrum stehen

Neuenbürg/Enzkreis. Das Krankenhaus-Aus in Neuenbürg ist absehbar: Im März ist das Ende für den stationären Betrieb offiziell besiegelt worden, nach dem 30. September ist dann Schluss. Klar ist, dass das bestehende Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) auch zukünftig den ambulanten Anker des Standorts bildet.

RKH Krankenhaus Neuenbürg
Das Krankenhaus in Neuenbürg wird in seiner jetzigen stationären Form nur bis Ende September fortgeführt. Ab Oktober wird das dort angesiedelte MVZ als ambulanter Anker des Gesundheitszentrums fortgeführt. Röhr Foto: Röhr

Aktuell, so informiert das Landratsamt, laufen erste Gespräche mit möglichen weiteren Nutzern, Mietern und Kooperationspartnern, um das MVZ mit Leben zu füllen. Man wolle die vorhandene Immobilie nicht einfach nur verwerten, sondern im Gesundheitszentrum medizinische, medizinnahe, pflegerische, therapeutische, präventive sowie soziale Nutzungen unter einem Dach verbinden. Zur Wahrheit gehört aber auch: Diese Gespräche haben bislang noch zu keiner verbindlichen Anmietung geführt – konkrete Interessenten gibt es aber.

So oder so: Man sei sich seiner besonderen Verantwortung für den Raum Neuenbürg beziehungsweise den westlichen Enzkreis bewusst, heißt es seitens des Landratsamtes und der RKH. „Die Maßnahme ist in vollem Gang“, freut sich Enzkreis-Finanzdezernent Frank Stephan über die derzeitigen Arbeiten am Standort. „Wir treiben es aktuell schneller voran, als es der Maßnahmenplan vorsieht.“ Die Weiterentwicklung zum Gesundheitszentrum folgt dabei drei wesentlichen Grundannahmen: Die künftige Nutzung soll einen klaren Bezug zur wohnortnahen und sektorenübergreifenden Gesundheitsversorgung behalten. Die Nachnutzung muss wirtschaftlich tragfähig sein und darf demnach weder für den Kreis noch die RKH ein neues dauerhaftes Defizit auslösen. Und drittens: Die medizinische Versorgung soll unabhängig von der Immobiliennutzung weiterentwickelt werden.

Klarer Meilenstein-Fahrplan

Ab dem 1. Oktober soll das Medizinische Versorgungszentrum am Standort also fortgeführt werden. Dabei wird die hausärztlich-internistische Versorgung konkretisiert. Zudem soll das MVZ ab dem 1. Oktober auch den Notarztstandort in Zusammenarbeit mit externen Partnern übernehmen.Damit soll gewährleistet werden, dass der Notarztstandort auch nach Beendigung der stationären Krankenhausversorgung fortgeführt werden kann. Ein klarer Meilenstein-Fahrplan gibt die weitere Entwicklung des Standortes in Neuenbürg vor. Auch, wenn sich einzelne Schritte aufgrund der äußeren Umstände verschieben können, bleibt das Ziel von Landratsamt und RKH klar: Bis Ende März 2027 soll eine belastbare Mieter-, Nutzungs- und Eigentümerperspektive vorbereitet sein und bereits ab April 2027 will man schließlich in eine geordnete Betriebsphase des Gesundheitsstandortes übergehen.

Für Fabian Bader, der als Neuenbürger Bürgermeister für die Erhaltung des Klinikstandortes gekämpft hat, war die März-Sitzung des Kreistags, in der das Aus beschlossen worden ist, alles andere als einfach, wie er nun konstatierte. „Mein großer Dank gilt dem Klinikpersonal, das mit großem Engagement weiter voll bei der Sache ist“, lobte er den Einsatz vor Ort. Klinikgeschäftsführer Fabian Bunzel konnte dem nur beipflichten: „Der ganze Prozess mit dem Personal ist konstruktiv.“ Man sei bei der RKH direkt nach dem Beschluss im März „losgelaufen“, um das Gesundheitszentrum voranzutreiben. Dass das ziemlich schnell geht, freut auch Bader: „Ich begrüße das Tempo, was das MVZ angeht.“ Er sei gespannt, wer sonst noch in das Gebäude einziehe. „Auf jeden Fall ist es sehr wichtig, am 1. Oktober mit einem medizinischen Angebot an den Start zu gehen.“