Nach Umbau für 3,6 Millionen Euro: Wochenmarkt kehrt auf den Pfälzer Platz zurück
Pforzheim. Der Wochenmarkt der Pforzheimer Nordstadt ist zurück auf dem Pfälzer Platz – mit neuem Design, guter Stimmung und viel Lob von Händlern und Besuchern.
Das hat Seltenheitswert in Pforzheim: Der Wochenmarkt der Nordstadt ist nach rund einem Jahr Auswärtsspiel an der Wittelsbacher Straße auf den Pfälzer Platz zurückgekehrt – und wirklich niemand hat etwas zu meckern. Ganz im Gegenteil. Alle sind voll des Lobes für den neuen, alten Markt. Beschicker und Kunden gleichermaßen. Es sei der schönste Markt Pforzheims, ist sogar zu hören. Nicht von irgendwem, sondern von einem, der es wissen muss: Marktmeister Marc Pfrommer. Gemeinsam mit dem Ersten Bürgermeister Dirk Büscher und Thomas Salewski, dem Vorsitzenden des Vereins der Marktbeschicker, hat er den Wochenmarkt am Freitag wieder eröffnet.
Eröffnung gut besucht
„Ich bin beeindruckt. Nicht nur wegen der Frequenz, sondern auch wegen des Angebots“, erklärt Büscher und schwärmt regelrecht weiter: „Das zeigt, dass hier Leben ist.“ Im „Herzen der Nordstadt“. Er freue sich, dass der Platz fertig ist, sagt Salewski. Der Markt an der Wittelsbacher Straße sei nicht ganz so gut besucht gewesen. „Heute ist ein voller Erfolg.“ Pfrommer freut sich indes schon auf den Sommer. Dann habe der Platz mit den Platanen und dem Dackel-Brunnen ein regelrecht „mediterranes Flair“.
Er hat sich also gelohnt, der Umbau. Rund ein Jahr lang war das „Herz der Nordstadt“ eine Baustelle. Zirka 3,6 Millionen Euro wurden investiert, 71 Prozent der Kosten übernahm das Land. Das rötlich-weiße Klinker-Pflaster wirkt wie ein Teppich-Muster, die Beete der Platanen sind größer, mehr Sitzgelegenheiten wurden geschaffen. Und die Marktbeschicker können sich über runderneuerte Technik freuen. Bei den Kunden füllen sich indes die Einkaufskörbe, bei den Händlern die Kassen. Acht Stände sind es am Eröffnungsfreitag, plus ein weiterer vom Bürgerverein der Nordstadt. Dessen Mitglieder verteilen kostenlose Brezeln an die Besucher – gespendet von der Pforzheimer Stadtverwaltung. Es gibt Käse, Wurst und Fleisch, frischen Fisch, Blumen, Obst- und Gemüse und sogar einen Kaffeestand und einen Imbisswagen, der unter anderem Waffeln und Bratwurst anbietet.
„Wir sind mega happy, dass wieder etwas los ist“,
sagt eine Kundin.
Während der Markt am Klingelpark gewesen sei, habe sie „ausgesetzt“. Die Hohenzollernstraße sei wie „eine Trennlinie“ gewesen. „Wir brauchen wieder Leben in der Nordstadt“, sagt eine andere Kundin. Auch sie überzeugt der umgestaltete Marktplatz. Zwar ist es wegen der Sitzplätze etwas enger geworden. Doch das stört niemanden. Ganz im Gegenteil. Durch mehr Platz würde nur der „Marktcharakter verloren gehen“, glaubt Pfrommer. Es komme ihr eigentlich sogar vor, als sei der Platz größer geworden, sagt eine Verkäuferin. Ihr Chef Volker Ruf bestätigt: „Es ist ganz anders als vorher.“
Aber weil Pforzheim halt Pforzheim ist, gibt es am Ende doch noch eine Kritik: Es gebe keine Beleuchtung. Die Beschicker müssten in Dunkelheit aufbauen, klagt ein Mann. „Stimmt“, sagt Marktmeister Pfrommer und grinst dabei etwas überraschend. „Kommt“, sagt er. Genauso wie das freie W-Lan. Und dann lässt der Wochenmarkt am Pfälzer Platz wirklich keinen Wunsch mehr offen.
