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Pforzheim -  14.09.2024
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„Nacht der Emotionen“: Zweifache Guinness World Record Halterin kommt nach Pforzheim

Pforzheim. Die Vorfreude ist schon groß: Am Dienstag, 10. Dezember, 19 Uhr wird die Sparkasse „Nacht der Emotionen“ wieder die großen Stars der internationalen Sport-, Zirkus-und Artistikbühnen in die Bertha-Benz-Halle nach Pforzheim bringen. Ein mit Spannung erwarteter Teil dieser mitreißenden Veranstaltung ist die 19-jährige Valeria Davydenko, die mit anmutigen Figuren der Kontorsion gepaart mit der Äquilibristik das Publikum ins Staunen versetzen wird.

Mit ihren noch jungen Jahren kann die gebürtige Ukrainerin dennoch schon auf eine beachtliche Anzahl von Auszeichnungen blicken. Zwei Guinness-Weltrekorde gehören genauso dazu wie der erste Platz bei den internationalen Festivals Cirque des Mureaux und Cirque de Saint-Paul les Dax.

Dabei war der Plan ihrer Mutter ursprünglich ein anderer. Mit ihrer Schwester sollte sie eigentlich auf eine Musikschule gehen. Als sie im Alter von drei Jahren an einer Zirkushalle vorbeikamen, wurde ihre Neugier jedoch auf einen anderen Aspekt als die Musik gelenkt – sie begannen Zirkuskunststücke einzuüben. Als ihre Mutter feststellte, in welch kurzer Zeit sie neue Dinge einstudierten, rückte allmählich immer mehr die Zirkuskarriere in den Vordergrund, erinnert sich Davydenko an die Erzählungen ihrer Mutter zurück.

Trotz Zirkusschule, die direkt nach dem üblichen Schulunterricht startete – und zunächst vier und im weiteren Verlauf dann sechs Stunden dauerte – erinnert sie sich gern an ihre Kindheit zurück. Und das, obwohl sie abends erst um 22 Uhr daheim waren, wo noch die Hausaufgaben warteten.

In der High-School war diese Aufteilung dann nicht mehr möglich. Aufgrund regelmäßiger Auftritte und Tourneen stiegen Valeria Davydenko und ihre Schwester deshalb auf Homeschooling um. Trotz der Doppelbelastung haben beide die Schule erfolgreich gemeistert. Valeria Davydenko ging in ihrer schulischen Laufbahn aber nicht weiter in Richtung Zirkuskunst, sondern entschied sich für ein Studium an der Kiewer Nationalen Universität für Kultur und Kunst, um Popsängerin zu werden. „Singen ist nur ein Hobby für mich. Mein Leben ist weiterhin der Zirkus, aber wer weiß, was die Zukunft noch bringt“, berichtet sie erwartungsvoll. Sie widmet sich also weiterhin der Kontorsion in Kombination mit der Äquilibristik, der Lieblingsdisziplin von Davydenko. Wie sie ihren Körper verbiegen und dabei noch auf Gegenständen balancieren kann, ist außergewöhnlich.

So einzigartig, dass sie damit auch schon zwei Weltrekorde aufstellte. Im Mai 2023 wurde der erste Rekord auf den Namen der Ukrainerin eingetragen, nachdem sie eine Stunde, zehn Minuten und drei Sekunden auf ihren Händen balancierte. Der zweite folgte ziemlich genau ein Jahr später. Das sei aber eine spontane Entscheidung gewesen. Ein Manager habe sie angerufen und ihr angeboten, in zwei Wochen an einer TV-Show in Italien teilzunehmen, in der es darum ginge, einen Rekord aufzustellen. Zusammen mit ihrer Mutter habe sie sich beraten und dazu entschlossen, eine Darbietung zu zeigen, die in ihrem Fachbereich niemand praktizieren würde – nämlich sogenannte Spins.

Innerhalb einer Minute drehte sie sich im Handstand 14-mal um sich selbst. Trotz der Auszeichnungen gibt es innerhalb der Familie kein Konkurrenzdenken. Sie und ihre beiden Schwestern würden sich gegenseitig unterstützen und beraten. Aus der Familie ziehe sie ihre Motivation und Stärke. Der Traum der ukrainischen Ausnahmekünstlerin ist es, irgendwann selbst eine Zirkusschule in Europa zu eröffnen. „Es soll ein Ort sein, an dem Kinder sehr sorgfältig behandelt und nicht zu hart gedrängt werden“, berichtet sie.

Am 10. Dezember wird sie sowohl einzeln als auch zusammen mit ihrer Schwester Daria in der Pforzheimer Bertha-Benz-Halle zu sehen sein. Die Anmut und die Performance der beiden wird das Publikum sicherlich in ihren Bann ziehen, verspricht Veranstalter Pascal Stirner. Tickets für die Show gibt es im Kartenbüro im Turm Quartier oder online unter www.nachtderemotionen.de.

Autor: pm