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Wirtschaft -  12.05.2026
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Neue Studie zeigt: Pforzheim verliert deutlich an Wirtschaftskraft - Enzkreis legt zu

Der Landkreis München ist die wirtschaftlich am stärksten entwickelte Region in Deutschland, Cottbus verzeichnet die größten Fortschritte. Das zeigt eine Studie der Gesellschaft IW Consult des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft. Pforzheim rutscht im Ranking deutlich ab – anders als der Enzkreis und der Kreis Calw.

Panorama Pforzheim Luftbild
Im bundesweiten Vergleich fällt der Standort Pforzheim weiter zurück. Foto: Meyer (Archiv)

Für das Regionalranking werden seit 2016 alle zwei Jahre 400 Landkreise und kreisfreie Städte anhand von Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt und Lebensqualität untersucht. Das Dynamikranking misst, welche Regionen sich in den vergangenen zwei Jahren am stärksten verbessert haben. Der Mittelwert liegt bei 50. Alles darüber ist besser, alles darunter schlechter.

Der „Spiegel“ hat die Studie in Form einer Deutschlandkarte ausgewertet. Blickt man auf Baden-Württemberg, fällt sofort ein einzelner dunkelroter Punkt im Land ins Auge: Pforzheim.

Die Goldstadt kommt im Standortranking auf 47,8 Punkte – eine Verschlechterung von minus 1,3 Punkten im Vergleich zu 2024. Damit liegt Pforzheim auf Rang 266, 82 Plätze schlechter als noch vor zwei Jahren.

Anders sieht es im Enzkreis aus. Er liegt mit 50,9 Punkten über dem Mittelwert und hat sich auch im Vergleich zu 2024 verbessert, wenn auch nur leicht (plus 0,1). Er liegt auf Rang 134, ein Aufstieg um 13 Plätze. Der Kreis Calw kommt ebenfalls auf 50,9 Punkte, was eine leichte Verschlechterung im Vergleich zu 2024 bedeutet (minus 0,4). Er liegt noch knapp vor dem Enzkreis auf Rang 133, hat sich aber um 14 Plätze verschlechtert.

In diesem Niveauranking, das zeigt, wo die Lage in Deutschland aktuell am besten ist, belegt der Landkreis München erneut den ersten Platz, gefolgt von der Stadt München und dem Landkreis Tirschenreuth. Elf der zwanzig stärksten Regionen liegen in Bayern. Sie punkten den Forschern zufolge mit hoher Steuerkraft, niedriger Arbeitslosigkeit und vielen hoch qualifizierten Fachkräften. Die letzten Plätze belegen Suhl (Thüringen) sowie die Ruhrgebietsstädte Duisburg und Gelsenkirchen.

Der Süden Deutschlands schneidet insgesamt erneut stark ab. Gut drei Viertel der Regionen in den Top 100 liegen in Bayern und Baden-Württemberg. Im Langzeitvergleich zeigt sich jedoch: Gut 60 Prozent der Regionen in Baden-Württemberg haben seit 2016 mindestens 25 Plätze im Ranking verloren – so viel wie kein anderes Bundesland.

Baden-Württemberg werde durch die Automobilkrise besonders stark getroffen, sagte Hanno Kempermann von IW Consult. Wirtschaftlich herausfordernde Zeiten mit hohen Kosten, Bürokratieanforderungen und Zollkonflikten beeinflussten insbesondere die industriegeprägten Bundesländer.

Im Dynamikindex, der die Entwicklung der Regionen in den vergangenen zwei Jahren zeigt, kommt Pforzheim auf einen Wert von 51,8. Das bedeutet Rang 36, zugleich aber auch eine Verschlechterung um 16 Plätze. Der Enzkreis liegt mit einem Wert von 50,5 auf Rang 136, eine Verbesserung um 109 Plätze. Der Kreis Calw liegt mit 48,3 Punkten sogar unter dem Mittelwert und landet auf Rang 273 (um 21 Plätze verschlechtert.

Im Dynamikranking liegt Cottbus vorne. Die Region übernehme in der Lausitz eine zentrale Ankerfunktion als urbaner Wissens- und Innovationsstandort mit der einzigen technischen Universität Brandenburgs, sagte Kempermann.

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