Gemeinden der Region
Wimsheim -  25.09.2019
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Neue Technologie hilft bei der Gemeindearbeit

Wimsheim. Einen weiteren Baustein auf dem Weg zur Digitalisierung setzen die Gemeinden Friolzheim, Mönsheim, Wimsheim und Wurmberg gemeinsam mit dem Telekommunikationsunternehmen Unitymedia. Denn als Pilotprojekt wird in den Heckengäugemeinden kostenlos ein sogenanntes loT-Funktionsnetz installiert, das Kommunen, Gewerbetreibende und Privatpersonen gleichermaßen nutzen können. Die Heckengäugemeinden gehören zu den ersten 50, für die das Netz kostenlos ist.

Weniger Diebstahl

Was sich für manchen in der Wimsheimer Gemeinderatssitzung am Dienstagabend noch recht futuristisch anhörte, wird im Heckengäu bald Wirklichkeit. Verbrauchswerte wie Wasserstände flattern dann nicht mehr per Karte von rund 650 Haushalten ins Wimsheimer Rathaus und müssen dort per Hand ins System eingegeben werden, sondern dies erledigt künftig ein Chip auf digitalem Weg.

Auch der Diebstahl auf Baustellen könnte weniger werden, nämlich dann, wenn Maschinen und Material mit entsprechenden Chips versehen sind. Tastet sich ein Langfinger an das Eigentum anderer heran, schlägt das Handy oder der Computer per Internet Alarm. Privat können so auch Türen und Fenster durch entsprechende Sensoren überwacht werden. Auch Rauchmelder mit Chip registrieren und leiten einen Brand blitzschnell weiter ebenso wie Störungen beim Regenrückhaltebecken oder der Wasserversorgung. Eingeschaltete und vergessene Herdplatten, verlegte Schlüssel, verlorenes Fluggepäck könnten ebenso der Vergangenheit angehören. Der Einsatz von unterschiedlichen Chips, darunter auch SOS-Knöpfe, sind in Sachen Sicherheit und Überwachung vielfältig.

„Ich will nicht 650 Haushalte überwachen, denn wer welchen Chip kauft und einsetzt, entscheidet jeder selbst“, betonte Bürgermeister Mario Weisbrich, der Vorteile für die Gemeinde nicht nur bei den Verbrauchswerten sieht, die 2020/21 ohnehin elektronisch erfasst werden, sondern auch bei kommunalen Gebäuden, dann nämlich, wenn dort das Licht angelassen oder Türen nicht abgeschlossen wurden. All dies können künftig statt Mitarbeiter entsprechende Sensoren regeln.

Gesundheitlich unbedenklich

„Wir sind bereits mit Landrat Bastian Rosenau im Gespräch, denn ein solches Netz ist auch im Enzkreis sinnvoll,“ betonte Weisbrich. LoRa ist eine Technologie vergleichbar mit WLAN, jedoch mit einer deutlich geringeren Sendeleistung.

Aufgrund des offenen Standards kann ein solches Netz von einer Vielzahl von Anwendungen sowohl im kommunalen als auch im gewerblichen und privaten Bereich genutzt werden. Vorgesehene Standorte für die Technologie sind in Wimsheim das Rathaus und das Feuerwehrhaus.

„Auch gesundheitlich ist die Sendeleistung unbedenklich“, so der Firmenvertreter. Denn generell handele es sich um sehr kleine Datenmengen, die verschlüsselt an den Nutzer übertragen werden.

Unitymedia wird als Anbieter von Kommunikationsleistungen ein entsprechendes Funknetz zur Verfügung stellen. Die Chips müssen aber zunächst über entsprechende Betreiber und Anbieter gekauft werden. Rauchmelder sollen beispielsweise zwischen 20 und 30 Euro kosten. Es sind aber auch Chips für 50 bis 100 Euro und mehr erhältlich.

Autor: Silke Fux