Neue Veranstaltung: Bad Wildbad steht im Zeichen von Wein und Tattoo
Bad Wildbad. „Jeder hat seinen eigenen Zugang zu Tattoos, seinen eigenen Aha-Moment, wo er oder sie erkennt, dass es eine adäquate Form ist, sich auszudrücken. Es schwingt natürlich auch immer etwas mit von dieser Unauslöschlichkeit, von dieser Ewigkeit des Tattoos. Es sind Aussagen, die man tätigt, die ein Gewicht und eine Bedeutung haben“, drückt Dirk-Boris Rödel die Faszination Tätowierung aus.
In der Tat ist der Umstand, sich ein Tattoo stechen zu lassen, in der Gesellschaft angekommen und aus dem Dasein der Subkultur verschwunden. Rödel, studierter Japanologe, Journalist, viele Jahre Chefredakteur des Tattoo-Magazins und Buchschreiber, übernahm an dem zwei Tage dauernden Event „Wein trifft Kunst und Tattoo Convention“ in der Bad Wildbader Trinkhalle die Moderation durch das Programm.
Veranstaltet wurde die gekonnte Mischung der rund 40 Stände von Janine Müller und Alexander Zimmer von der Eventagentur „Weinbergliebe Hessigheim“. Seit August 2025 bieten die beiden kreativen Köpfe Möglichkeiten der Verknüpfung von Wein und verschiedenen Kunstformen an, so auch die gewagte Verbindung von Wein, Kunst und Tattoo. Zimmer, erläuterte: „Es wird von den Leuten gewollt, das macht Spaß.“ Neben den zahlreichen Tätowier-Ständen gab es Weinanbieter wie beispielsweise Maxl Graf aus der Wachau in Österreich. Sein vollmundiger Steillagenwein trägt den Namen „Rockwein“. Der Sänger der Heavy Metal Band Restage will authentisch sein und sich nicht durch Tracht verbiegen lassen: „Den traditionellen Winzer nimmt mir doch eh keiner ab.“ Der Bad Wildbader Cocktailkönig Koktelo, Christopher Müller, war ebenfalls präsent. Einen Höhepunkt bildete die Versteigerung eines Paars handgefertigter Schuhe.
Jörg F. Bernhard benötigt für die Herstellung der hochwertigen Lederschuhe zwischen neun und zwölf Stunden. Der leidenschaftliche Schuhmacher betreibt den Familienbetrieb aus Zweibrücken mittlerweile in der fünften Generation. Eine Auerhahntätowierung von „Nati“ Natalie Hortig-Binder wiesen die versteigerten Schuhe als Besonderheit auf. Der Erlös kam dem Schutz des vom Aussterben bedrohten Auerhuhns zugute. Für den gleichen Spendenzweck hatte die Künstlerin J. Unfug einige ihrer, überwiegend in schwarz-weiß gehaltenen Bilder zum Verkauf gegeben. Beim Betreten der Trinkhalle fielen die berührenden Gemälde der Leipziger Malerin Katrin Ehnert sofort ins Auge. Frauen, auf die Leinwand gebannt, strahlten Verletzlichkeit und Stärke zugleich aus.
Für Ehnert war es das erste Mal, dass sie bei einem Event wie in der Trinkhalle, ihre Bilder präsentierte, umso mehr war sie begeistert:
„Meine Schwester Kerstin und ich sind extra aus Leipzig hergefahren. Hier sind alle sehr nett und entspannt, haben uns spontan beim Aufhängen der Bilder geholfen.“
