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Keltern -  13.09.2026
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Neue Weinkönigin in Keltern gekrönt: Für Caterina Kraus geht ein Kindheitstraum in Erfüllung

Keltern. Zwischen den Reben schlängelt sich der Weg am Berg entlang immer weiter in die Höhe. Je mehr Schritte man zurücklegt, desto schöner wird die Aussicht ins Tal, desto mehr sieht man von den Wengerten, die sich zwischen Dietlingen und Ellmendigen aneinanderreihen. Zwischen grünen Wiesen und Schatten spendenden Bäumen haben die Winzer ihre Stände aufgebaut. Die Gäste genießen die edlen Tropfen, die Bewirtung und die Geselligkeit, die ihnen der Kelterner Weinwandertag bietet. Eröffnet wird er von keiner Geringeren als der Weinkönigin, die am Abend zuvor beim Weinfest des Musikvereins neu gekrönt wurde: Caterina Kraus wird ein Jahr lang viele Termine absolvieren, noch mehr Menschen treffen und zahlreiche Erfahrungen sammeln.

Caterina Kraus (links) ist Kelterns neue Weinkönigin. Sie übernimmt das Amt von ihrer Vorgängerin Jennifer Jossen.
Caterina Kraus (links) ist Kelterns neue Weinkönigin. Sie übernimmt das Amt von ihrer Vorgängerin Jennifer Jossen. Foto: Nico Roller

„Davon habe ich schon als kleines Kind immer geträumt“,

sagt die 20-Jährige, nachdem sie die aus Weißgold bestehende Krone von ihrer Vorgängerin überreicht bekommen hat.

Einen engen Bezug zur Weinbautradition hat sie allein schon deshalb, weil ihre Eltern mit Freunden einen Wengert in Dietlingen bewirtschaften. Schon als Kind ist sie „immer um die Weinkönigin herumgesprungen“, immer mit dem Gedanken: „Irgendwann will ich selbst da vorne stehen.“ Dass es dazu gekommen ist, liegt auch an Gemeinderätin Christin Grüne (Grüne) und der ehemaligen Weinkönigin Nicoletta Valles-Kienzle, die den letzten noch notwendigen Motivationsschub geleistet haben. In der Gemeinde kennt man die 20-jährige Dietlingerin. Derzeit absolviert sie eine Ausbildung bei der Sparkasse, vor rund zwei Jahren hat sie bei den Kommunalwahlen für die SPD kandidiert. In ihrer Freizeit spielt sie Tennis beim TC Dietlingen und engagiert sich beim örtlichen Obst- und Gartenbauverein. In den kommenden Monaten wird sie zahlreiche Anlässe und Feierlichkeiten begleiten, etwa die Eröffnung des Pforzheimer Oechsle Fests und das Frühlingskonzert des Ellmendinger Musikvereins.

Ihre erste Amtshandlung ist am Sonntagmorgen aber die Eröffnung des Weinwandertags, der erneut bestens besucht ist. In Scharen laufen die Gäste durch die Weinberge. An den Rebstöcken sehen sie, dass die Winzer bereits mitten in der Lese sind. Auch Hans Baur, der damit zwei bis drei Wochen früher dran ist als sonst. „Das hatten wir noch nie.“ Er berichtet, dass durch die Sonne die Qualität und der Geschmack gut sind, aber der Ertrag nur bei rund 60 Prozent dessen liegt, was sonst üblich wäre. Bei manchen Sorten auch bei 70 bis 80 Prozent. Weil durch die Trockenheit nur wenig Wasser in die Reben gelangt ist, sind die Beeren laut Baur klein geworden, „nur wenig größer als Johannisbeeren“. Normalerweise würde die Lese bei ihm bis Mitte Oktober dauern. Aber dieses Jahr geht er davon aus, dass er schon Ende September „komplett durch“ ist.

Baur hofft, dass es anschließend kräftig regnet, damit sich die Reben regenerieren können. Mit Fäulnis oder Befall hatte er dieses Jahr wegen der warmen, trockenen Witterung keine Probleme.

Ähnliches berichtet Melanie Frank von Kelternwein. Auch sie vergleicht die Größe der Trauben mit Johannisbeeren, um den geringeren Ertrag zu beschreiben. Auch sie spricht von einer hohen Qualität und erwartet einen guten Geschmack. Aktuell ist man bei Kelternwein noch mitten in der Lese.