Neuer Band in Kleinvillars präsentiert: Die bewegte Geschichte der Waldenser
Knittlingen. Ihre Geschichte führt von den Tälern des Piemont über England bis nach Nordamerika – und zugleich mitten hinein in Orte wie Kleinvillars. Verfolgung, Flucht und Auswanderung haben die Waldenser über Jahrhunderte in Bewegung gehalten. Wie vielfältig diese Geschichte ist und welches Bild davon bis heute geblieben ist, zeigt nun der neunte Band der „Waldenserstudien“, der am Freitagabend vor rund 40 Besuchern in Kleinvillars vorgestellt wurde.
„Dieses Buch ist das Ergebnis, das unsere letzte wissenschaftliche Tagung von dem Historiker Albert de Lange vor einem Jahr in Schönenberg zusammenfasst“, sagte Kay Weidenmann von der Deutschen Waldenservereinigung, die ihren Sitz in Ötisheims Teilort Schönenberg hat.
Im Frühjahr 2025 hatte sich der niederländische Kirchenhistoriker Albert de Lange aus dem Vorstand des Vereins Deutsche Waldenservereinigung verabschiedet, in dem er 30 Jahre lang wissenschaftlich die Waldenserforschung nachhaltig geprägt hatte. Mit Weidenmann zusammen gab de Lange das nun vorliegende Werk, „Waldenser – eine Minderheit in Bewegung. Zwischen Bild und Wirklichkeit in England, Piemont, Nordamerika und Württemberg (1600 – 1900)“ im Verlag Regionalkultur heraus.
Letzter Band
Vom Verlag übergab der Geschäftsführer Reiner Schmidt die 224 Seiten umfassenden Bücher. Weitere Autoren darin sind Michael Asche, Daniela Falz aus Serres, Marco Fratini, Kreisarchivar Konstantin Huber, Martino Laurenti, Heike Sartorius sowie Daniele Tron.
„Kleinvillars ist ein Ort, an dem die Geschichte eng mit den Waldensern verbunden ist“, sagte Ortsreferent Luis Burkhardt. „Es ist der letzte Band, den Albert de Lange betreut hat“, erläuterte die Vorsitzende der Deutschen Waldenservereinigung, Karina Beck.
Der Band zeige, wie die Geschichte der Waldenser verlaufe. Denn es brauche Autoren, die Quellen erschließen, Dokumente sichern und weitergeben, damit sich die Menschen eine Meinung bilden könnten. „Man muss nicht Waldenser sein, um diese Geschichte zu hören“, sagte Beck und verriet, dass Albert de Lange im kommenden Jahr zum Ehrenmitglied der Deutschen Waldenservereinigung ernannt werden soll. Pfarrer Jan Funke erklärte, wie er als Niedersachse mit den Waldensern in Berührung kam.
„Die Geschichte der Waldenser ist nicht nur ein kleiner Teil der Geschichte, sondern auch ein Teil europäischer Geschichte über Glauben, Verfolgung, Flucht und Erinnerung“, so Weidenmann. Kreisarchivar Konstantin Huber präsentierte Auszüge aus seinen Beiträgen, zum Beispiel zur Auswanderung von Kleinvillars nach Amerika.
